Haarforschung Ganz natürlich Haare färben - mit Melanin

Melanin sorgt für die Naturfarbe in den Haaren. Doch mit synthetischem Melanin kann die Farbe nach Belieben gewechselt werden - das ist sehr bio, heißt es in einer Studie. Und das ist nicht nur gut für die Haare.

Frau rauft sich graue Haare
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Die Haare sprießen, die natürliche Farbe kommt durch und von gepflegtem Äußeren kann bei einigen Männern und Frauen aktuell leider nicht mehr gesprochen werden. Kein Wunder: Seit Wochen haben die Friseure aufgrund der Corona-Sperren geschlossen. Erst am 4. Mai öffnen die Läden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wieder – und es kann trotzdem dauern, bis man einen Termin bekommt. Erst dann können die Haare in den Läden wieder gewaschen, geschnitten, geföhnt, gekämmt und gefärbt werden.

Doch auch wenn die Vorfreude darauf steigt: Haare färben könne schlecht für die Haare sein und auch die Gesundheit belasten, schreiben US-Wissenschaftler der Northwestern Universität. Mit ihrer nun veröffentlichten Studie wollen sie zeigen, dass Haare färben, statt mit schweren chemischen Stoffen wie Ammoniak, auch richtig Bio geht – mit Melanin. Melanine sind Pigmente, die auf natürliche Weise für die Färbung von Augen, Haut und Haaren sorgen – oder, wenn die Pigmente weniger werden, diese ergrauen lassen.

Kostengünstiger Ansatz zum Haare färben

Eine Junge Frau im schwarzen Kleid spielt mit ihren Haaren und lächelt.
Der neuartige Ansatz zum Haare färben könnte die klassische Methode ersetzen, schreiben die Autoren der Studie. Bildrechte: imago images / Westend61

"Wir schlussfolgerten, dass neue, biokompatible Ansätze entwickelt werden könnten, um einen metallfreien Weg zu einer von der Natur inspirierten und lang anhaltenden Färbung der Haare zu haben", schreiben Claudia Battistella, Nathan Gianneschi und ihr Kollegen. Sie fanden heraus, dass zum Färben mit künstlichen Melanin nur wenig Hitze und kleine Mengen Bleichmittel ausreichten um auch helle Farbtöne zu generieren.

Diese Farben ähnelten zudem sehr den natürlichen Haarfarben, schreiben die Autoren im "ACS Central Science". Es sei spannend, dass synthetisches Melanin als Additiv genau dort eingesetzt werde, wo Melanin bereits natürlich verwendet werde. "Aufgrund der milden und kostengünstigen Bedingungen kann dieser neuartige Ansatz das klassische Haarfärben ersetzen", schreiben die Wissenschaftlerinnen. Da dies aufgrund seiner potenziellen Gefahren seit Jahrzehnten bedenklich sei.

So wurden 2012 in Europa 181 Substanzen für die Verwendung in Haarfarben verboten. Bei anderen wurden die Höchstmengen reduziert und die Etiketten von oxidierenden Haarfärbemitteln und bestimmten nicht oxidierenden Haarfärbemitteln, die stark und sehr stark sensibilisierende Stoffe enthalten, müssen seit 2011 Warnhinweise tragen: Haarfärbemittel können schwere allergische Reaktionen hervorrufen.

Mit dem neuen Ansatz wäre Haare färben für Selbst-Färbende und auch die Friseure weniger bedenklich. Und es gebe noch einen anderen Effekt, schreiben die Forscher. Es ist auch besser für die Haare. Denn die Farben würden nur auf der Haaroberfläche andocken und würden nicht wie die üblichen Mittel in diese eindringen.

(mpö)

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