grüner Salat
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Alzheimer-Studie Mehr Salat – weniger Demenz?

Salat essen, Tanzen, alle möglichen Arten von Gehirnjogging - Videospiele spielen, Klavier lernen: Weltweit gibt es unzählige Forschungsansätze darüber, ob und wie man Demenzerkrankungen vorbeugen oder womit sich Symptome lindern lassen. Aus Chicago kommt jetzt ein Ansatz, der im Englischen das Zeug hat, zu einem neuen Sprichtwort zu werden. Aus "An apple a day / keeps the doctor away" könnte vielleicht: "A salad a day / keeps dementia away" werden.

grüner Salat
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Neu auf der Liste der möglichen Helfer gegen Demenz sind grüner Salat und grünes Gemüse. In einer mehrjährigen Studie der Universität Chicago mit 960 Personen beobachteten Forscher, dass die Gedächtnisleistung der Versuchspersonen, die täglich bis zu drei Portionen grünes Gemüse wie Salat oder gekochter Spinat verzehrten, viel besser war als bei den Salat-/Gemüsemuffeln. Der Unterschied der Gehirnleistung zwischen Salat-Essern und Salat-Nicht-Essern entspricht Forschungsleiterin Dr. Martha Morris zufolge elf Jahren Altersunterschied: "Die Studie beweist zwar nicht, dass Salat- oder Gemüseverzehr den Alterungsprozess des Gehirns verlangsamt, aber die Werte deuten einen Zusammenhang an." Andere Faktoren für die Unterschiede seien Morris zufolge aber nicht auszuschließen.

Essig gegen Gedächtnisverlust

Auch in Korea ist man auf der Suche nach einem Mittel gegen Gedächtnisverlust. Versuche mit Mäusen, denen täglich Heidelbeer-Essig verabreicht wurde, zeigten schon nach einer Woche messbare Veränderungen im Gehirn der kleinen Säugetiere. Forscher der japanischen Universität in Konkuk deuteten das als vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von altersbedingter Demenz.

Demenz-Forschung in Chemnitz geht weiter

Einen anderen Ansatz verfolgt eine Studie der TU Chemnitz: Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche wollen Hinweise auf Demenz-Erkrankungen aufdecken, die weit vor den bekannten Symptomen wie Wortfindungsstörungen oder Gedächtniseinschränkungen auftreten, zum Beispiel im Bewegungsablauf oder in der Feinmotorik. Als Teilnehmer sind Menschen über 80 Jahre gesucht, bei denen keine Demenz diagnostiziert wurde. Sie müssen an drei Tagen für ein bis zwei Stunden an der TU Chemnitz verschiedene Aufgaben lösen - Denksport-, Geh- und Gleichgewichts-, sowie feinmotorische Aufgaben. Nach neun Monaten wiederholen die Probanden das Programm, um mögliche Veränderungen festzustellen. Anhand der Studienergebnisse will das Chemnitzer Forschungsteam Früherkennungsmethoden entwickeln.

Keine rosigen Aussichten

Der Blick in die Zukunft ist alles andere als rosig - bis 2050 rechnet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. mit drei Millionen Demenz-Erkrankungen in Deutschland. Derzeit dauert es etwa zwei Jahre, bis die Art der Demenz diagnostiziert wird - viel zu lange nach Ansicht von Experten. Das liegt auch daran, dass für einen neurologischen Test, der etwa 45 Minuten dauert, im Praxisalltag kaum Zeit ist.

Eine Seniorin fasst sich an die Stirn
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Über dieses Thema berichtet MDR Kultur auch im Radio: MDR Kultur | 24.10.2017 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2018, 15:47 Uhr