HIV-Forschung Aids-Erreger vollständig eliminiert – bei Mäusen

Wir können HIV eindämmen, den Aids-Erreger mit antiretroviralen Medikamenten praktisch ausschalten, inzwischen sogar verhindern, dass er ansteckend ist. Aber wir können Aids nicht heilen. US-Forschern ist genau das jetzt gelungen. Bei Mäusen konnten sie das Erbgut des Aids-Erregers vollständig entfernen.

HI-Virus colourbox-ID: 3947103   Bitte als Teaserset bereitstellen!  Vielen Dank! Ekkehard - 7293
Bildrechte: colourbox

Es war die Zusammenarbeit von zwei US-Universitäten und die Kombination von zwei verschiedenen Therapien, die zu diesem Erfolg führten. Darin sind sich die Forscher einig. "Diese Leistung wäre ohne eine außergewöhnliche Teamleistung, zu der Virologen, Immunologen, Molekularbiologen, Pharmakologen und Pharmaexperten gehörten, nicht möglich gewesen", sagte Dr. Howard Gendelman, Professor am University of Nebraska Medical Center (UNMC).

Wie gingen die Forscher vor?

Timothy Ray Brown mit Video
Bildrechte: imago/GlobalImagens

HIV-Patient frei von Viren nach Knochenmarkstransplantation

mehr

Zusammen setzten die Forscher aus Nebraska und von der Lewis Katz School of Medicine der Temple University zwei Verfahren ein, um die HI-Viren zu bekämpfen. Sie nutzten eine neue Form einer antiretroviralen Therapie namens LASER ART. Damit konnte die HIV-Replikation über mehrere Tage gestoppt werden. Zeit, in der die Wissenschaftler mit der Genschere CRIPSR/Cas9 das Erbgut aus den befallenen Zellen schnitten. Ergebnis: Bei etwa einem Drittel der HIV-infizierten Mäuse gab es eine vollständige Eliminierung der HIV-DNA.

"Die große Botschaft dieser Arbeit ist, dass sowohl CRISPR/Cas9 als auch die Virusunterdrückung durch eine Methode wie LASER ART, die zusammen verabreicht wird, erforderlich sind, um eine Heilung für die HIV-Infektion zu erzielen", sagte Dr. Kamel Khalil, Professor an der Temple University in einer Mitteilung.

Hoffnungsschimmer und klarer Plan

Ein Hoffnungsschimmer, so wertet Ruth Brack-Werner, Virologin am Helmholtz-Zentrum in München, die Studienergebnisse auf Anfrage der dpa. Doch die Zahl der Mäuse sei noch sehr gering und die Effizienz des Ansatzes müsse verbessert werden: "Direkt anwendbar am Menschen ist es aber noch nicht, da muss noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden."

Das ist auch den US-Forschern bewusst. Aber jetzt gibt es einen Plan, so Dr. Khalil: "Wir haben jetzt einen klaren Weg vor uns, um innerhalb des Jahres mit Studien an nicht-menschlichen Primaten und möglicherweise mit klinischen Studien an menschlichen Patienten fortzufahren."

Die Ergebnisse der Studie sind am 2. Juli 2019 im Magazin Nature erschienen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 02. Juli 2019 | 19:00 Uhr