Ein kleiner Junge sitzt bei seiner Mutter auf dem Schoß und schaut auf deas Smartphone in ihrer Hand.
Für Kinder unter 2 am besten gar kein Bildschirm - empfehlen US-Forscher. Bildrechte: imago images/Westend61

US-Studie Kleinkinder sollten nicht auf Bildschirme schauen

Wie wirken Smartphones oder Tablets auf Kleinkinder? Forscher aus den USA haben sich dafür die Gehirnentwicklung angeschaut und warnen ausdrücklich: Keine Bildschirme in den ersten 18 Monaten – mit einer Ausnahme.

Ein kleiner Junge sitzt bei seiner Mutter auf dem Schoß und schaut auf deas Smartphone in ihrer Hand.
Für Kinder unter 2 am besten gar kein Bildschirm - empfehlen US-Forscher. Bildrechte: imago images/Westend61

Kleinkinder sollten überhaupt nicht vor einem Bildschirm sitzen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern des Cincinnati Children's Hospital Medical Center. Das Team um Dr. John Hutton untersuchte dafür die weiße Substanz von 47 gesunden Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren. Ergebnis: Bei Kindern, die regelmäßig mit Tablets oder Smartphones spielten, war die weiße Substanz, das sind die Leitungsbahnen und Nervenfasern im Gehirn, deutlich weniger dicht.

Das, so die Forscher, habe direkte, messbare Auswirkungen, zeigte sich etwa in schwächeren Leistungen beim Sprechen und Erkennen von Gegenständen.

Denn die weiße Substanz ist wichtig für den Signal- und Informationstransport und damit die Verarbeitung im Gehirn, für die Entwicklung von Sprach- und Schreibfähigkeiten. Wir müssen diese Effekte verstehen, so Hutton, wenn in immer mehr Haushalten Bildschirme bei der Kinderbetreuung eingesetzt werden.

Aus seinen Forschungen zieht er deshalb ganz konkrete Handlungsanweisungen:

  • Keine Bildschirme für Kinder unter 18 Monaten – außer gelegentlichen Videoanrufen etwa der Großeltern.

  • Falls Eltern ihre Zweijährigen unbedingt schon mit digitalen Medien vertraut machen wollen, dann bitte nur gemeinsam.

  • Bis fünf Jahre nicht mehr als eine Stunde pro Tag und mit einem von den Eltern ausgewählten Inhalt von hoher Qualität.

  • Nicht einfach nur rumsurfen oder frei spielen.

  • Und ganz wichtig für die Entwicklung der Kinder: Gemeinsam absolut medienfreie Zeiten zu pflegen, zum Beispiel bei den Mahlzeiten.

Link zur Studie

Die Studie mit dem Titel "Associations Between Screen-Based Media Use and Brain White Matter Integrity in Preschool-Aged Children" ist im Magazin JAMA Pediatrics erschienen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 07. November 2019 | 11:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 15:41 Uhr