Studie Optimistische Menschen leben länger

Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, gute Gene – alles Zutaten für das Elixier des langen Lebens. Doch was trägt eine Prise Optimismus dazu bei? Ein Forschungsteam ging dieser Frage nun auf den Grund.

Zwei Senioren sitzen auf Campingstühlen und stoßen mit Flaschen an
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Bisher identifizierten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine Reihe an biologischen Variablen, die ein langes Leben vorhersagen könnten. Vielleicht hilft es aber auch, einfach mal mit einem Lächeln und positiven Gedanken durch den Tag zu gehen. Ein US-Forschungsteam aus Boston wies in neuesten Untersuchungen darauf hin, dass auch nicht-biologische Faktoren, wie etwa der Grad an Optimismus, eine entscheidende Rolle spielen können.

Wie wurde Optimismus definiert

Optimismus wird als eine psychologische Eigenschaft definiert. Optimistische Menschen haben die Erwartung, dass gute Dinge passieren werden. Sie sind zuversichtlicher, dass sie die Zukunft durch ihr individuelles Handeln positiv beeinflussen können.

Langzeitstudien erforderlich

Als besonders langlebig wird ein Mensch bezeichnet, der 85 Jahre oder älter wird. Um zu überprüfen, inwiefern der Optimismus der einzelnen Personen Einfluss auf die jeweilige Lebensdauer hat, wurden Datensätze von Langzeitstudien analysiert. Dazu wurden zwei frühere Studien verwendet.

Innerhalb der ersten Studie aus dem Jahr 2004 wurden circa 70.000 Frauen im Alter von 58 bis 86 in Bezug auf den persönlichen Grad an Optimismus befragt. Bis 2014 wurde überprüft, ob die Probandinnen noch am Leben waren. In der zweiten Studie aus dem Jahr 1986 wurden männliche Probanden im Alter von 41 bis 90 nach ihrem persönlichen Grad an Optimismus befragt und es wurde bis zum Jahr 2016 überprüft, ob sie noch lebten. Innerhalb der jetzt veröffentlichten Meta-Studie wurde untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen dem Optimismus und der Lebensdauer der Teilnehmenden besteht.

Gibt es da einen Zusammenhang?

Zwei Rentner.
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Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten anhand der Daten tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Optimismus und der Lebensdauer der Teilnehmenden feststellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Optimismus mit einer längeren Lebensdauer und mit einer größeren Chance außergewöhnlich alt zu werden, in Verbindung gebracht werden kann. Die Testpersonen wurden umso älter, je optimistischer sie waren. Die Lebensdauer der optimistischen Testpersonen war durchschnittlich 11 Prozent (Männer) bis 15 Prozent (Frauen) länger. Das Erstaunliche: Dieser Zusammenhang war unabhängig von Faktoren wie sozioökonomischem Status, Gesundheitszustand, Depression, sozialer Integration und Gesundheitsverhalten (zum Beispiel Rauchen, Ernährung und Alkoholkonsum).

Aber wie kann man sich diesen Zusammenhang erklären? Das Forschungsteam weist darauf hin, dass frühere Studien berichteten, dass optimistischere Menschen weniger wahrscheinlich an chronischen Krankheiten leiden und vorzeitig sterben. Die Forscher schlussfolgern, dass Optimismus eine wichtige psychosoziale Ressource für die Verlängerung der Lebenserwartung bei Erwachsenen sein könnte.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Leichter Leben | 21. Februar 2019 | 17:00 Uhr