Hirn-Forschung zum Schlafmangel Übermüdete Menschen denken langsamer

Müde Kinder
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Übermüdete Menschen reagieren langsamer, weil ihre Neuronen ein Nickerchen machen. So könnte man das umschreiben, was israelische Forscher der Universität Tel Aviv bei Forschungen an Epilepsie-Patienten zufällig entdeckt haben. "Körperliche Müdigkeit raubt den Neuronen die Fähigkeit, korrekt zu arbeiten", erklärte Itzhak Fried dem Magazin "Nature Magazine". Seine Forschungen belegen, dass die Nervenzellen im Schläfenlappen bei zunehmender Ermüdung immer langsamer reagieren und ihre Signale an andere Neuronen immer langsamer weitergeben.

Dieser Effekt zeigt besonders im Straßenverkehr drastische Folgen: Übermüdete Autofahrer reagieren auf Reize langsamer, wie zum Beispiel auf Fußgänger, andere Verkehrsteilnehmer oder Tiere auf der Fahrbahn: Eine Situation wird zu spät wahrgenommen und die entsprechenden Signale von den erschöpften Neuronen verlangsamt weitergegeben - die nach Unfällen oft gehörte Erklärung: "Ich habe den Radler zu spät gesehen".

Zufallsfund bei der Suche nach Epilepsie-Herden

Der Nachweis von Übermüdungserscheinungen bei Neuronen war ein wissenschaftlicher Zufallsfund: Eigentlich erforscht Itzhak Fried mit seinem Team Epilepsiepatienten: Bei Untersuchungen, die Anfall-auslösende Zentren im Hirn lokalisieren wollten, wurde die Reaktion der Neuronen auf Übermüdungserscheinungen sichtbar.  

Nervenbahnen
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Über dieses Thema berichtet MDR auch im Radio: MDR JUMP | 09.10.2017 | 12:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2017, 14:19 Uhr