Sechsjähriges Mädchen popelt in der Nase.
Bildrechte: IMAGO

Eene, meene, Mopel… Popel essen ist gesund

Als Kinder lernen wir von Eltern und Erziehern: Schleim aus der Nase gehört ins Taschentuch. Eine aktuelle Studie der amerikanischen Elite-Forschungseinrichtung MIT zeigt allerdings: Das ist falsch. Popel essen ist gesünder.

Sechsjähriges Mädchen popelt in der Nase.
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Nicht alle Forschungsergebnisse sind leicht verdaulich und die folgende Erkenntnis ist nichts für zart besaitete Seelen: Da sie aber der Gesundheit von Kindern dient, sollte sie nicht verschwiegen werden: Fingern die Kleinen in der Nase und gehen ihre Hände danach zum Mund, sollte man sie nicht davon abhalten. Popel zu essen ist gesund, sagt unter anderem Biochemie-Professor Scot Napper von der Universität Saskatchewan in Kanada.

Dem Fernsehsender CBC-News zufolge beobachtete Napper seine beiden Töchter beim Popeln und fragte sich, ob das Verhalten der Mädchen womöglich ihrem Immunsystem nutzt. Nappers These: Die Körperabwehr nutzt die Bakterien aus dem Schleim, um zu trainieren und zwischen guten und schlechten Mikroorganismen zu unterscheiden. Unterbindet man diesen Kontakt und pflegt man insgesamt ein zu hohes Maß an Hygiene, kann das zu Allergien und Autoimmunerkrankungen führen.

Synthetische Popel-Zahncreme

In eine ähnliche Richtung gehen Erkenntnisse von Forschern der amerikanischen Eliteeinrichtung Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie haben untersucht, was Bakterien aus dem Popel im Mund und Rachenraum bewirken. Dabei zeigte sich, dass die Mikroben wiederum andere, schädliche Mikroorganismen in Schach halten.

Wen es innerlich graust, die eigenen Popel zu verspeisen, für den haben die MIT-Forscher demnächst eine Alternative parat. Sie wollen eine Zahncreme entwickeln, die auf synthetischem Nasenschleim basiert. Bis die auf dem Markt ist, reicht es vielleicht einfach aus, die eigenen Kinder in Ruhe popeln zu lassen.

Über dieses Thema berichtet der MDR im Radio MDR JUMP am Nachmittag | 09.05.2017 | 16:15 Uhr
MDR SPUTNIK Mailbox | 10.05.2017 | 06:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 11:35 Uhr

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