Stoffwechsel-Studie Stillen beugt Diabetes vor

Über Vor- und Nachteile des Stillens wird viel diskutiert, geschrieben und geforscht. Eine Studie aus Südkorea zeigt jetzt, dass Stillen offenbar langfristig wirkt - als Schutzschild gegen einen nachgeburtlichen Diabetes. Den Forschungen zufolge spielt der Neurotransmitter Serotonin eine wichtige Rolle für diese Schutzwirkung.

Eine Frau liegt auf einem Bett und stillt ihr Baby
Die Idylle trügt: Bis das Stillen kuschlig und schmerzfrei ist ist, vergehen oftTage. Bildrechte: imago/PhotoAlto

Vielleicht tröstet diese Studie diejenigen, die beim Stichwort Stillen immer noch das rasiermesserscharfe, fiese Ziehen in der Brust spüren. Das begleitet nämlich die ersten Tage und Wochen nach der Geburt, nur reden wenige darüber. Also Frauen, hoch die Tassen: Wer das ausgehalten hat, hat sein Risiko an nachgeburtlicher Diabetes zu erkranken mindestens für die nächsten drei Jahre gesenkt. Das hat ein südkoreanisches Forschungsteam in einer mehrjährigen Studie mit 184 Frauen herausgefunden. 85 waren stillende Mütter, 99 nichtstillende.

Hintergrund: Manche Frauen nehmen nach der Geburt außer dem Baby auch einen Diabetes mit heim. Grund dafür ist die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, die zu einer höheren Insulinresistenz führt. In der Studie zeigte sich, dass beide Frauengruppen zwei Monate nach der Geburt einen ähnlichen Blutzuckerspiegel hatten.

Besserer Stoffwechsel durch Stillen

Nach 3,6 Jahren sah das anders aus: Bei Frauen, die gestillt hatten, wurden mehr funktionelle insulinabgebende Beta-Zellen und andere Marker für einen gesunden Stoffwechsel gefunden. Anhand eines Mausmodells fanden die Forscher schließlich heraus, dass die Milchproduktion das schnelle Wachstum von Beta-Zellen durch den Neurotransmitter Serotonin stimulierte. Das wiederum schützt die Zellen davor, dass sauerstoffhaltige Moleküle sie schädigen.

"Wir freuen uns zu beweisen, dass Stillen der Stoffwechselgesundheit von Frauen zugute kommt, indem es die Masse und Funktion der Beta-Zellen sowie die Blutzuckerkontrolle verbessert", so Professor Hail Kim vom Korea Advanced Institute of Science and Technology, der die Studie geleitet hat. Bleibt die Frage: Könnte auch zusätzliche Serotonin-Aufnahme den nachgeburtlichen Schwangerschafts-Diabetes verhindern? Das müssen künftige Studien zeigen, so Kim.

Die Studie ist in "Science Translational Medicine" erschienen.

2 Kommentare

Katicat vor 20 Wochen

Beim zweiten Kind war die Situation wesentlich entspannter. Nach der Geburt, hat mein Baby kurz gesaugt und dann erst einen Tag später wieder. Was etwas ganz Normales ist. Also ganz entspannt bleiben und nach Bedarf stillen, dann klappt es auch und zwar ohne Schmerzen. Übrigens habe ich beide Kinder 1 1/2 Jahre gestillt und habe die innige Zeit sehr genossen.

Katicat vor 20 Wochen

Ich finde es ja gut, dass Sie über die positiven Seiten des Stillens berichten. Ihre Aussage, das die ersten Tagen und Wochen des Stillens mit fiesen Schmerzen verbunden sind, kann ich jedoch überhaupt nicht nachvollziehen. Leider stehen heutige junge Mütter immer mehr unter Erfolgsdruck und es wird viel mit Angst gearbeitet. Ich kann nur berichten, das ich das Stillen von Anfang an als etwas sehr Schönes empfunden habe und keine Schmerzen hatte. Auch von meinen Freundinnen ist mir nicht berichtet worden, das Stillen zwangsläufig mit Schmerzen zu tun hat. Wichtig ist, dass Mutter und Kind entspannt sind und nicht unter Druck gesetzt werden. Einen Milchstau hatte ich bei meinem ersten Kind, weil mir im Krankenhaus erzählt wurde, mein Kind verhungert, so dass ich wie verrückt mit der Milchpumpe die Milchbildung angeregt habe und das Ergebnis: Ich hätte gleich noch weitere Babies mitversorgen können und hatte viel zu viel Milch.

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