Ein verliebtes Pärchen
Bildrechte: IMAGO

Studie zur Partnerwahl Lockstoffe im Parfum sind wirkungslos

Parfums mit menschlichen Sexuallockstoffen, sogenannten Pheromonen, sollen Männer und Frauen in Paarungsbereitschaft bringen, verspricht die Werbung. Eine neue Studie legt nahe: Diese Wirkung gibt es nicht.

Ein verliebtes Pärchen
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Der Frühling gilt als beste Jahreszeit, um sich zu verlieben. Warme Temperaturen locken die Menschen ins Freie. Dort begegnen sich viele offener als an dunklen und kalten Tagen. Gute Voraussetzungen also, um einen Partner zu finden. Die Werbung verspricht: Der richtige Duft hilft bei der Suche. Teuren Wässerchen werden Stoffe beigemischt, die der menschlichen Paarungsbereitschtschaft auf die Sprünge helfen sollen. Aber Obacht: Laut jüngsten Forschungsergebnissen haben diese Parfums keinerlei Effekt.

Australische Forscher haben in einer neuen Studie die Wirkung zweier Substanzen untersucht, die als menschliche Sexuallockstoffe gehandelt werden. Konkret ging es um Estratetraenol (EST) und Androstadienon (AND). Von beiden wird behauptet, sie lösten beim anderen Geschlecht unterbewusste Reize aus. Angeblich soll der Geruch suggerieren, sein Träger sei besonders weiblich oder besonders männlich.

Gäbe es diese Wirkung, müssten die Stoffe das Verhalten von Versuchspersonen bei der Wahl möglicher Partner beeinflussen, schreiben die Forscher um Leigh W. Simmons von der westaustralischen Universität in Crawley bei Perth im Journal Royal Society Open Science. Das konnten die Wissenschaftler bei zwei Experimenten allerdings nicht feststellen.

Zunächst wollten Forscher wissen: Lösen die als Duft gelösten Stoffe bei Versuchspersonen die Assoiziation zu Männern oder Frauen aus? Dazu baten die Studienleiter 22 Frauen und 24 Männer an zwei aufeinander folgenden Tagen an einen Computer. Dort sollten sich die Teilnehmer Gesichter anzuschauen und sie als männlich oder weiblich einzuordnen.

Die Fotos waren dabei selbst aus männlichen und weiblichen Bildern zusammengesetzt und damit nicht eindeutig zuzuordnen. Am einem Tag wurden die Versuchspersonen einem Placebo, am anderen den beiden Stoffen EST und AND ausgesetzt. Die Idee der Forscher: Vermitteln die angeblichen Pheromone eine starke Assoziation zu Weiblichkeit oder Männlichkeit, ordnen die Teilnehmer die Fotos entsprechend stärker dem jeweiligen mit dem Geruch verbundenen Geschlecht zu. Tatsächlich aber änderte sich das Sortierverhalten der Versuchpersonen nicht, egal ob sie den Gerüchen ausgesetzt waren oder nicht.

Bei einem zweiten Experiment sollten 51 Frauen und 43 Männer Fotos des jeweils anderen Geschlechts nach Attraktivität bewerten und angeben, ob sie der jeweiligen Person einen Seitensprung zutrauen. Auch hier hatten EST und AND keinerlei Effekte.

Nach Ansicht der Forscher unterstreichen die Ergebnisse die Aussagen früherer Studien. Demnach handelt es sich weder bei Estratetraenol noch bei Androstadienon um menschliche Sexuallockstoffe. Falls es solche Pheromone gebe, gehörten EST und AND nicht dazu, schreiben die Wissenschaftler.

Über das Thema Pheromone berichtet LexiTV im Fernsehen | 14.02.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 14:12 Uhr