Warum werde ich nicht braun? Neue Gene für Bräune entdeckt

Manche bekommen bereits von einem Frühlingsspaziergang Mallorca-Bräune, andere werden auch im Strandurlaub höchstens rot. Ein internationales Forscherteam hat neue Abschnitte im Erbgut gefunden, die dafür verantwortlich sind.

Lächelnde junge Frau genießt ein Sonnenbad
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Das Phänomen ist leidlich bekannt: Nicht alle weißhäutigen Menschen werden im Urlaub gleich schnell braun. Manche können sogar fast nie ohne starken Schutz in die pralle Sonne, weil sie sonst sofort einen Sonnenbrand bekommen.

Braun oder rot - das liegt in den Genen

Dass die individuellen Erbanlagen eine große Rolle spielen bei der Frage, wie schnell und intensiv die eigene Urlaubsbräune so wird, war bereits bekannt. Ein Team um Mario Flachi vom King's College in London hat in einer umfassenden Genomanalyse sechs bereits bekannte Genabschnitte bestätigt, die bei der Produktion des Hautbräunefarbstoffs Melanin eine Rolle spielen. Zudem fanden die Wissenschaftler zehn neue Genabschnitte, deren Mitwirkung an der Hautbräunung bislang zum Teil komplett unbekannt war.

Für ihre Studie griffen die Forscher auf öffentliche Genomdatenbanken zurück und analysierten das Erbgut von insgesamt 176.678 europäischstämmigen Menschen. Dabei wussten sie bereits zuvor, wer gut braun werden konnte und wem dies schwerer fiel. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal "nature communications".

Die Forscher hoffen, dass die neu entdeckten Gene dabei helfen, Hautkrebs besser zu verstehen und damit vorbeugen zu können. Vom Grad der Fähigkeit zur Hautbräune hängt auch das Risiko ab, an Hautkrebs zu erkranken. Menschen mit dunkler Hautfarbe erkranken deutlich seltener an der Krankheit.

Frau auf Liegestuhl genießt Sonnenbad
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Dieses Thema im Programm: MDR JUMP Radio | 09. Januar 2018 | 05:20 Uhr