Diät-Studie zur Fastenzeit Low-Carb oder Low-Fat macht keinen Unterschied

Wie verliert man schneller Pfunde: Mit einer fettarmen Ernährung oder mit einem Verzicht auf Kohlenhydrate? Das fragen sich in der Fastenzeit viele Menschen. Amerikanische Forscher sagen: Es macht keinen Unterschied.

Maßbänder liegen auf einer Waage
In der Fastenzeit möchten viele Menschen abnehmen. Bildrechte: Colourbox.de

Nach dem Karneval beginnt in Deutschland traditionell die Fastenzeit – für viele eine willkommene Gelegenheit, einige Pfunde aus der der bewegungsarmen Winterzeit wieder loszuwerden. Und so haben wie jedes Jahr die Diätratgeber Hochkonjunktur, zirkulieren zahllose Tipps und Anleitungen zu den angeblich effektivsten Methoden der Gewichtsreduktion.

Wissenschaftlich betrachtet ist die Sache aber leider kompliziert, wie eine jetzt erschienene Studie von Medizinern der amerikanischen Eliteuniversität Stanford einmal mehr zeigt. Das Team um Christopher Gardner verglich den Effekt einer fettarmen Ernährung mit dem einer sogenannten Low-Carb-Diät, die sich in den vergangenen Jahren zunehmend großer Beliebtheit erfreut, auch in Deutschland.
Und um es gleich vorwegzunehmen: Eindeutige Unterschiede fanden die Forscher nicht, beide Diäten halfen gleich gut beziehungsweise gleich schlecht beim Abnehmen.

Einige Antworten, aber viele neue Fragen

609 übergewichtige Menschen zwischen 18 und 50 Jahren hatten an der Untersuchung teilgenommen. Nach einer Umstellungsphase begannen sie mit einem Diätplan. Eine Hälfte reduzierte fetthaltige Lebensmittel wie Milchprodukte, Wurst oder Schokolade. Die andere Hälfte folgte einer Low-Carb-Diät, reduzierte also Kohlenhydrate, indem sie weitgehend auf Brot, Nudeln, Reis oder Kartoffeln verzichtete.

Was ist eine Low-Carb-Diät? Kohlenhydrate, etwa Zucker oder Stärke aus Getreiden wie Weizen oder Reis, werden im Körper in Glukose umgewandelt und steigern dadurch den Blutzuckerspiegel. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung von Insulin, eines Hormons, wodurch der Blutzuckerspiegel wiederum rasch sinkt. Das löst neuen Appetit aus. Bei einer Low-Carb-Diät soll man daher Kohlenhydrate deutlich reduzieren und vor allem auf eiweiß- und fettreiches Essen ausweichen. Die verbleibenden Kohlenhydrate sollten hochwertig sein, etwa aus Vollkornprodukten stammen. Um diese zu verdauen, braucht der Körper länger, wodurch auch der Blutzuckerspiegel insgesamt stabiler bleiben soll.

Im Schnitt konnten die Versuchsteilnehmer über die Dauer der Studie 5,5 Kilo ihres Gewichts reduzieren, gleichgültig, welche der beiden Diäten sie verfolgt hatten. Einige Teilnehmer nahmen aber auch zu, teilweise sogar zwischen 15 und 20 Kilo. Andere wiederum konnten sogar 30 Kilo abnehmen. Wie es zu diesen Unterschieden kam, stellt die Forscher vor einige Rätsel. "Diese Studie schließt die Tür zu einigen Fragen - aber öffnet die Tür zu anderen", sagte Gardner.

Kein Einfluss der Gene

Bei Ihrer Untersuchung hatten die Wissenschaftler auch drei bestimmte Gene der Teilnehmer untersucht. Die sollen vorangegangenen Studien zufolge eine Rolle dabei spielen, wer auf welche Form von Diäten wie stark reagiert. In der aktuellen Studie fand Gardners Team allerdings keine Hinweise darauf, dass die jeweiligen genetischen Voraussetzungen der Versuchspersonen oder die Art und Weise, wie ihre Körper den Blutzuckerspiegel regulieren konnten, einen Einfluss auf das Ergebnis gehabt hatten.

Die Forscher hoffen nun, dass weitere Analysen der Daten eine Erklärung liefern, warum die Teilnehmer so unterschiedlich auf die Diäten reagierten.

(ens)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Brisant | 08. Januar 2018 | 17:15 Uhr