Cannabis Wortfindungsstörungen: Auch moderat kiffen ist nicht schlau

Forscher in den USA haben pubertierende Geschwister untersucht, um die Folgen von Cannabis-Konsum zu messen. Ergebnis: Kiffen beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten immer, vor allem das verbale Gedächtnis.

Hand hält Joint
Kiffen schwächt die kognitiven Funktionen von Jugendlichen (Symbolfoto). Bildrechte: imago images / Westend61

Wie hieß das gleich? Wer als Jugendlicher regelmäßig Cannabis konsumiert, sollte sich später über Wortfindungsstörungen nicht wundern? Forscher aus den USA zeigen jetzt mit einer Studie an Geschwistern, dass Kiffen die kognitiven Fähigkeiten nahezu immer in Mitleidenschaft zieht – auch wenn "nur" moderat konsumiert wird. Die Studie erscheint im Journal "Addiction".

Kognitive Funktionen leiden unter Cannabis

Die Forscher der Universität Colorado untersuchten insgesamt 1.192 pubertierende Jugendliche aus 596 Familien in den Regionen der Großstädte Denver (Texas) und San Diego (Kalifornien). Dabei achteten sie darauf, dass die Teilnehmer aus möglichst vielen verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen stammten. Einen Überhang gab es bei männlichen Jugendlichen, sie machten 64 Prozent der Teilnehmer aus.

Die mit kognitiven Leistungstests verbundenen Befragungen fanden in zwei Wellen zwischen 2001 und 2006 statt (das Durchschnittalter der Teilnehmer lag bei 17 Jahren) und zwischen 2008 und 2013 (hier lag das Durchschnittalter bei 24 Jahren). Im Durchschnitt hatten die konsumierenden Teilnehmer mit 13,6 Jahren zum ersten Mal Cannabis genommen. Sie nutzten die Droge im Schnitt zwischen 7 und 9 Tagen pro Monat.

Durch die vergleichende Untersuchung von kiffenden und nicht kiffenden Geschwistern konnten die Forscher genetische Faktoren für die Entwicklung der kognitiven Funktionen ebenso ausschließen, wie Elternhaus, soziales Umfeld und wirtschaftliche Lage. Im Ergebnis zeigte sich deutlich: Je mehr Jugendliche kifften, desto schlechter waren ihre kognitiven Fähigkeiten. Auswirkungen zeigten sich aber auch schon bei moderatem Konsum. Besonders betroffen war das verbale Gedächtnis.

Cannabis: Immer potenter und immer öfter legal

Erstautor Jarrod Ellingson betonte in einer Pressemitteilung die Bedeutung von Studien zu den gesundheitlichen Folgen von Cannabis. Das meist als Marihuana oder Haschisch verkaufte Cannabis mit seinem Hauptwirkstoff THC werde dabei immer potenter. Zugleich ließen immer mehr Staaten die Droge für den Freizeitgebraucht zu. Seit 2018 ist Cannabis in Kanada legal, in den USA haben 11 von 50 Bundesstaaten Verkauf und Konsum unter Auflagen legalisiert.

(ens)

1 Kommentar

Heinz Berger vor 3 Wochen

Dafür braucht man doch keine Studie. Alles halb so wild und längst bekannt. Im "Kifferjargon" nennt man diesen Effekt "Verpeilt- oder Verplantheit", der aber in jungen Jahren meist stärker ausgeprägt ist, als bei älteren Gehirnen (die Dosis und Wirkstoff-Zusammensetzung des konsumierten Hanfes spielt aber dabei sehr wohl eine Rolle, anders als im Artikel dargestellt). Wenn man am Wochenende 6 Bier auf einer Party trinkt, dann hat man wahrscheinlich auch bis Mittwoch/Donnerstag irgendwelche fein-meßbaren Leistungseinbußen (wenn man älter wird spürt man das stärker, also genau anders herum wie bei Hanf ;-))...also was soll`s, der Mensch lebt nicht vom "leisten" alleine...Jugendliche sollten nicht kiffen! Legalsierung von Hanf, jetzt!