Junge Frau mit Schnupfen trinkt einen Tee.
Bildrechte: IMAGO

Erkältungssaison Mit Schnupfen ins Büro: Wie lange bin ich ansteckend?

Draußen ist es kalt, nass und dunkel – drinnen wird geschnieft und gehustet: Winter bedeutet Erkältungs- und Grippezeit. Wenn die eigene Virusinfektion überstanden ist, sollte man aufpassen, nicht die Kollegen anzustecken.

von Clemens Haug

Junge Frau mit Schnupfen trinkt einen Tee.
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War man vor Weihnachten noch nicht erkältet, konnte man sich während der Feiertage wunderbar anstecken: Zum Beispiel, wenn man auf dem Weg zur Verwandtschaft in den Zügen den hustenden und niesenden Mitreisenden begegnet ist oder danach mit den süßen, aber erkälteten Neffen und Enkeln gespielt hat. Winterzeit bedeutet Hochsaison für Erkältungen, Grippen und grippale Infekte oder wie die Mediziner sagen, akuten Atemwegserkrankungen (ARE).

Wie heftig Deutschland schnieft und schnupft, überwacht das Projekt Grippeweb vom Robert-Koch-Institut, der deutschen Fachbehörde für Seuchenschutz und Infektionskrankheiten. In der Woche vor Silvester hatten demnach rund 6,6 Prozent aller Erwachsenen eine akute Atemwegserkrankung. Weitere 1,5 Prozent hatten neben den Erkältungssymptomen auch Fieber und damit einen grippeähnliche Infekt.

Beide Zahlen liegen damit etwas unter dem Wert des Vorjahres. Wenn die Raten aber weiterhin relativ ähnlich verlaufen, wie in der vergangenen Saison, dann nimmt die Zahl der Neuinfektionen in den kommenden Januar- und Februarwochen nochmal deutlich zu.

Heftige Symptome gleich große Ansteckungsgefahr

Wer selbst erkrankt, aber sein Umfeld, die Kollegen am Arbeitsplatz oder die eigene Familie vor einer Ansteckung schützen will, sollte ein paar Dinge beachten. Ein Großteil aller Erkältungen und grippalen Infekte wird von Viren verursacht. "Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage", sagt Professor Mathias Pletz, Direktor des Zentrums für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum in Jena. Danach treten meist die bekannten Symptome auf: Halsschmerzen, Schnupfen, später auch Husten.

Wie hoch die Ansteckungsgefahr für andere ist, lässt sich auf die einfache Faustformel bringen: Je heftiger die Symptome, desto mehr Viren gibt man an die Umwelt ab. Das bedeutet, zu Beginn der Krankheit ist man besonders ansteckend, zum Ende hin immer weniger. In der Regel sind das bei Erwachsenen vier bis fünf Tage ab dem Auftreten der ersten Symptome, bei Kindern dauert es noch etwas länger.

Ansteckend ohne krank zu sein

Es gibt allerdings auch viele Menschen, die gar keine Symptome entwickeln, obwohl sie die Viren in sich tragen und auch einige Tage lang ansteckend sind. "Ein Großteil der Infektionen bleibt unbemerkt", sagt der Virologe Roland Zell von der Jenaer Uniklinik.

Man geht davon aus, dass sich jedes Jahr etwa 15 Prozent der Bevölkerung mit Grippeviren infizieren. In Deutschland wären das 12 Millionen Infektionen. Aber nur ein Bruchteil davon erkrankt auch tatsächlich. An das Robert-Koch-Institut werden 'nur' einige tausend Fälle jährlich gemeldet.

Roland Zell, Universitätsklinikum Jena

Studien zufolge erkranken Kinder im Durschnitt rund sechs Mal pro Jahr an einer Infektion, die mittels Tröpfchen übertragen wird, über 60-Jährige dagegen nur noch ein bis zwei Mal.

Wie man sein Umfeld und sich schützt

Wer seine Arbeitskollegen schonen will, sollte daher erst nach Abklingen aller Symptome wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. Und wer trotzdem noch niest: In die Ellenbeuge, nicht in die Hand, denn dann verteilt man die herausgeworfenen Viren nicht noch weiter auf den Flächen, die man anfasst.

Gründlich Händewaschen empfiehlt sich sowieso, dabei Fingerkuppen und Fingerzwischenräume nicht vergessen. Und regelmäßiges Lüften ist wichtig, denn die kleinen Erreger können sich beispielsweise auch an Staubpartikel in der Zimmerluft heften. Wer sich Arbeitsgeräte mit den Kollegen teilt, etwa Computer-Tastaturen und Mäuse, sollte diese mit einem gegen Viren wirksamen Desinfektionsmittel abwischen. Das Robert-Koch-Institut hat dazu eine Liste herausgegeben, welche Mittel gegen welche Erreger wirksam sind.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 09. November 2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2018, 14:23 Uhr