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TrockenstresstoleranzDürre: Uralte Pflanzen für die Nahrung der Zukunft

Stand: 31. Juli 2018, 15:33 Uhr

Wie so oft in der Wissenschaft, sind es die Gene, die den Unterschied ausmachen. In diesem Fall den Unterschied, ob eine Getreidepflanze resistent gegen Trockenstress ist, also eine Dürre wie in diesem Jahr übersteht, oder nicht. Unser Weizen, aus dem Brot und Nudeln hergestellt werden, ist genetisch wenig auf Trockenheit eingestellt. Eine Pflanze, die das viel besser kann, ist der Wildemmer. Forscher am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg versuchen nun, die genetischen Vorteile dieser Sorten, die es z.B. im Libanon und in Israel gibt, herauszufinden.

In diesem Zusammenhang bearbeiten wir ein Projekt zusammen mit Kollegen in Israel, bei dem es darum geht, die Trockenstresstoleranz aus dem Wildemmer in den Brotweizen zu übertragen.

Prof. Frank Ordon, Julius Kühn Institut Quedlinburg

In einem seit 2014 laufenden Projekt, konnten die Wissenschaftler am Bundesforschungsinstitut in Quedlinburg die Bereiche im Genom des Wildemmers, die für die Trockenstressresistenz verantwortlich sind, bereits herausfinden. Mit Hilfe von genetischen Untersuchungen (Genotyping by Sequencing) sollen die Bereiche nun weiter eingegrenzt werden. Gleichzeitig testen die Forscher die bekannten Genomregionen bereits, indem sie sie mit deutschen Elitesorten kreuzen. Ein Prozess, der voraussichtlich noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.

WildemmerIst die Urform des Zweikorns, eine der ältesten Getreidearten, die vermutlich bereits vor 8.000 bis 6.000 Jahren kultiviert wurde. Er gehört zum Weizen und wächst heute z.B. in Regionen südöstlich des Mittelmeers. Seine kultivierte Form, der Emmer, wurde bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts auch in Thüringen gepflanzt, wo es vor einigen Jahren Versuche gab, ihn wieder anzubauen.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL Fernsehen | 31. Juli 2018 | 17:45 Uhr