Radioteleskop FAST in Pingtang
Bildrechte: IMAGO

Das METI-Programm: Erde an E.T. Forscher probieren Kontaktaufnahme mit Aliens

Astronomen entdecken ständig neue Planeten außerhalb des Sonnensystems. Wenn es auf einem von ihnen intelligente Lebewesen gibt, könnten sie vielleicht mit uns Funknachrichten austauschen, glauben Forscher bei METI.

von Guido Meyer

Radioteleskop FAST in Pingtang
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Sieben erdähnliche Planeten haben Astronomen im Februar entdeckt, vierzig Lichtjahre von der Erde entfernt im System Trappist-1. Ob es auf ihnen Wasser und womöglich sogar Leben gibt, ist nach wie vor unklar. Für die derzeit eingesetzten Teleskope ist die Entfernung zu groß, um diese Detailfrage zuverlässig beantworten zu können. Doch viele der Exoplaneten sind nah genug, um eine Kontaktaufnahme zu versuchen. Genau darum geht es beim METI-Projekt.

Douglas Vakoch, der President von METI, will eine Reihe von Zahlen ins All schicken – in Form von Radiosignalen. Ein Puls, zwei Pulse, drei Pulse. Mathematik für Außerirdische.

Wenn andere Lebewesen dieses Signal empfangen, heißt das schon einmal, dass sie gute Radioastronomen sind.

Douglas Vakoch

Zum Empfang der Signale bräuchten die Außerirdischen aber erst einmal ein Radioteleskop. Douglas Vakock sagt: " Wenn sie ein Radioteleskop bauen können, müssen sie zumindest mit den Grundlagen der Mathematik vertraut sein. Sie wissen beispielsweise, dass eins und eins zwei ergibt. Wer das nicht weiß, aus dem wird kein guter Ingenieur."

METI ist nicht SETI

METI steht für Messages for Extra Terrestrial Intelligence. Im Gegensatz zu SETI, der Suche nach außerirdischer Intelligenz, wird bei METI nicht passiv gelauscht. Stattdessen schicken die Forscher aktiv Nachrichten mit Lichtgeschwindigkeit ins All. Inhalt der Botschaften sind mathematische Formeln.

METI hat auch schon ein Ziel ausgemacht. Proxima b soll als erster Planet eine zielgerichtete Ansprache der Erde erhalten. Diesen Planeten haben Astronomen erst im vergangenen Jahr entdeckt. Da er den erdnächsten Stern Proxima Centauri umkreist, gilt er als der bislang erdnächste Planet außerhalb des Sonnensystems.

Proxima b ist ein hervorragendes Ziel, um mit Außerirdischen zu kommunzieren. Wenn wir heute eine Nachricht losschicken, könnten wir in etwa acht Jahren mit einer Antwort rechnen.

Douglas Vakoch

METI hat seinen Sitz in Kalifornien. Und eine achtjährige Wartezeit ist für die Wissenschaftler – unter kosmischen Maßstäben – geradezu Kommunikation in Echtzeit. Einen Haken gibt es aber: Unsere natürliche Kommunikation lässt Rückfragen zu. Wenn wir etwas nicht verstehen, fragen wir nach. Diesen Luxus werden wir bei Lebensformen auf Proxima b nicht haben.

Es könnte eine Weile dauern, bis die Außerirdischen uns verstehen.

Douglas Vakoch

Am genauen Wortlaut – oder besser: an der genauen Mathematik – der ersten Botschaft tüfteln die METI-Forscher derzeit noch. Aber schon gibt es Kritik. Lucianne Walkowicz vom Adler Planetarium in Chicago hat zwar nichts gegen den Versuch einer Kontaktaufnahme mit einer anderen Intelligenz. Aber sie plädiert dafür, dass nicht nur Astronomen den Inhalt der außerirdischen Botschaft bestimmen. Wissenschaftliche Kenntnisse seinen eine Fähigkeit, Kommunikationsvermögen eine andere, sagt Walkowicz.

Wir wären dumm, nicht auch auf das Know How von Soziologen oder Anthropologen zu setzen. Ich sehe sogar eine Rolle für Forscher, die sich mit der Sprache von Tieren beschäftigen.

Lucianne Walkowicz

Starten soll das Bombardement mit Botschaften von der Erde im kommenden Jahr. Als Sender liebäugelt METI mit dem Arecibo-Observatorium auf Puerto Rico, einem der größten Radioteleskope der Welt. Und dann heißt es: abwarten – und auf Antwort hoffen.

Über dieses Thema berichtet MDR-Kultur auch im: Radio | 07.03.2017 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2017, 15:15 Uhr