Methanfresser
Das Guaymas-Becken im Golf von Kalifornien, aufgenommen vom Brett Baker aus dem Tauchboot Alvin. In den heißen Tiefseesedimenten wurden die neuen Mikroben entdeckt. Bildrechte: Brett Baker/University of Texas at Austin

Analyse von Ozeanablagerungen Neu entdeckte Mikroben fressen Methan und Öl

Texanische Forscher haben einen neuen Mikroorganismus entdeckt. Dabei handelt es sich nicht nur um eine neue Spezies, sondern möglicherweise um Helfer bei grundlegenden Problemen unserer Zivilisation.

Methanfresser
Das Guaymas-Becken im Golf von Kalifornien, aufgenommen vom Brett Baker aus dem Tauchboot Alvin. In den heißen Tiefseesedimenten wurden die neuen Mikroben entdeckt. Bildrechte: Brett Baker/University of Texas at Austin

Was die Intelligentesten der Schöpfung verzapfen, können die Kleinsten möglicherweise wieder geradebiegen. Wissenschaftler an der Universität von Texas haben bei Untersuchungen im Golf von Kalifornien mehr als zwanzig neue Mikrobenarten in Tiefseeablagerungen entdeckt. Das Besondere an diesen Kleinstlebewesen ist, dass sich viele von ihnen von Butan oder Methan ernähren. Diese Kohlenwasserstoffe bescheren den Mikroben Energie und Wachstum.

Schädliche Chemikalien wegfressen

Genau das könnte eines Tages nützlich sein, um Treibhausgase zu reduzieren, zum Beispiel Methan, das durch Viehhaltung entsteht oder aus auftauenden Permafrostböden freigesetzt wird. Denkbar ist auch die Beseitigung von Ölteppichen mithilfe der Mikroben. Bisher war keine Art bekannt, die vergleichbare Fähigkeiten aufweist.

In ihren Untersuchungen haben die Forscher Ablagerungen aus zwei Kilometern Tiefe analysiert. Durch vulkanische Aktivitäten herrschen dort Temperaturen von 200 Grad Celsius. Schon jetzt würden die Mikroben dafür sorgen, dass Gasvorkommen unterhalb des Meeresbodens nicht in die Atmosphäre gelangen.

Tausende unentdeckte Arten

Mikroben sind Kleinstlebewesen, die nicht mit bloßem Auge erkennbar sind. Meistens handelt es sich dabei um Einzeller, wie zum Beispiel Bakterien oder Pantoffeltierchen. Von ihnen sind noch längst nicht alle bekannt. Möglicherweise gibt es tausende oder Millionen von Arten, die noch entdeckt werden müssen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. November 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2018, 13:05 Uhr