Umwelt Mikroplastik im Menschen – die Gefahr ist real

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Polyacrylfasern im Erdreich 4 min
Bildrechte: Anderson Abel de Souza Machado/IGB

"Die Aufnahme von Mikroplastik in den Magendarmtrakt und damit der Nachweis im Kot ist erwartbar, da etwa Zahnpasta mit Mikroplastik auch versehentlich verschluckt werden kann oder Lebensmittel solche Teilchen als Kontaminanten enthalten können", teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur als Reaktion auf die Studie aus Österreich mit. Ein gesundheitliches Risiko durch Mikroplastik in Peelings oder Duschgelen sei jedoch unwahrscheinlich, so die Behörde.

Wachsende Sorge

Die Angst vor den auswirkungen von Mikroplastik wächst aber. Im August hatte das BfR eine Umfrage veröffentlicht, in der sich 56 Prozent der Befragten besorgt über Mikroplastik in Lebensmitteln äußerten. Ein Anstieg um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und Zeit zu handeln, das hat auch das Bundesinstitut erkannt. "Das BfR führt derzeit Studien zur Aufnahme von Mikroplastikpartikeln über den Darm und den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen durch", so BfR-Präsident Andreas Hensel.

Forscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie in Berlin sehen diese Gefahr bereits als Realität (siehe Video) und gehen in ihren Aussagen deutlich weiter: "Wir wissen, dass Mikroplastikteile, die weniger als einen Mikrometer groß sind, vom Körper aufgenommen werden und durch die Darmpassage des Menschen gehen. Und die können dann auch irgendwo in die Zellen reingehen", erklärt Prof. Dr. Werner Kloas.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 23. Oktober 2018 | 02:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2018, 14:07 Uhr