Bionik Neue Drohnen könnten wie Möwen segeln

Jagende Möwe
Bildrechte: imago/Winfried Rothermel

Am Strand von Hiddensee, über dem Watt zwischen den Halligen oder der Deponie Dresden-Klotzsche: Genau wie ihr ikonischer Schrei ist das Bild der kreisenden Möwe fest verankert. Dieses stabile Flugverhalten wurde aber bisher nicht erforscht. Kanadische Wissenschaftler haben das jetzt nachgeholt und ihre Ergebnisse im Fachblatt The Royal Society veröffentlicht.

Tests im Windkanal

Um herauszufinden, wie die Vögel trotz Wind und Wetter ihren Gleitflug stabilisieren können, haben die Forscher die Tiere beobachtet und Flügel von toten Möwen im Windkanal getestet. Das Resultat: Allein durch Beugung des Ellenbogens können die Vögel beliebig die Wölbung ihrer Flügel ändern und damit Böen ausgleichen. Mit den Flügeln müssen Möwen also nicht schlagen, was wiederum Energie spart.

Die Erkenntnisse sollen nun helfen, Flugobjekte wie z.B. Drohnen zu verbessern. So sei neben den Energieeinsparungen im Segelflug die Anpassung der Flügel an den Wind besonders interessant. Umfangreiche Steuereinheiten seien so überflüssig. Die durch Möwen inspirierten Segeldrohnen könnten künftig etwa zur Beobachtung bei Wanderungen von Tierherden oder zur Verfolgung von Waldbränden eingesetzt werden.

Die Beobachtung der Natur für neue technische Entwicklungen (Bionik) ist nichts Neues: Berühmtes Beispiel sind Flugzeuge, für deren Entwicklung zunächst verstanden werden musste, wie der Vogelflug funktioniert. Aber auch unscheinbare Alltagsgegenstände haben natürliche Vorbilder: Der Klettverschluss funktioniert wie pflanzliche Kletten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | LexiTV | 04. März 2016 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2019, 17:08 Uhr