MoFi
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Astro-Nacht des Jahres Mondfinsternis, Super-Mars und ISS

Diese Nacht als Sensation zu bezeichnen, ist keine Übertreibung. Denn wir erleben eine Konstellation Mondfinsternis mit Super-Mars, wie sie erst in 105.000 Jahren wieder passiert. Und mitten hindurch fliegt die ISS.

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Astro-Alex, unser ISS-Astronaut Alexander Gerst, hat einen Logenplatz für die Mondfinsternis heute Nacht. Denn er fliegt mit der Internationalen Raumstation mitten hindurch. Für uns bedeutet das ein dreifaches Himmelsspektakel. Und das hat vor allem mit Entfernungen zu tun. Es beginnt mit der längsten Mondfinsternis des Jahrhunderts, die bei uns bestens zu sehen ist. Viele Sternwarten bieten deshalb Extra-Veranstaltungen an.

Diese Sternwarten machen Sonderveranstaltungen zur Mondfinsternis:

Warum ist die MoFi so lang?

Aber wieso dauert diese Mondfinsternis so außergewöhnlich lange? Die Länge hängt von mehreren Faktoren ab, erklärt Markus Mugrauer, Astrophysiker an der Uni Jena. Zum einen von der Geschwindigkeit, mit der der Mond von der Erde aus gesehen unterwegs ist: Je langsamer, desto länger die Finsternis. Derzeit ist er auf seiner elliptischen Umlaufbahn am erdfernsten Punkt. Das heißt, er erscheint von uns aus gesehen sehr langsam. Der zweite Faktor ist die Größe des Erdschattens: Je weiter weg die Erde von der Sonne ist, desto länger ihr Schatten. Und der ist gerade sehr lang, denn im Sommer ist die Erde sehr weit weg und der Schatten maximal lang, erläutert der Astrophysiker.

Und dann kommt noch ein dritter Punkt hinzu: Das ist der Aspekt, wie tief der Mond eigentlich in den Schatten eindringt. Und das ist diesmal auch sehr optimal. Das heißt, der Mond bewegt sich sehr zentral durch den Schatten der Erde hindurch. Wir haben also einen sehr großen Schatten in seiner Ausdehnung, einen langsam bewegenden Mond und einen sehr zentralen Durchlauf des Mondes durch den Schatten. Und all diese drei Punkte zusammen ergeben diese lange Finsternis.

Dr. Markus Mugrauer, FSU Jena
Mondfinsternis 2 min
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Die wichtigsten Fragen zur Mondfinsternis - erklärt in einem Video.

Do 26.07.2018 16:13Uhr 02:10 min

https://www.mdr.de/wissen/was-ist-eine-totale-mondfinsternis100.html

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Video

Mars in Opposition

Der Mars dagegen steht in Opposition. Das heißt, er steht der Sonne genau gegenüber. Doch das ist noch nicht alles, so Mugrauer. Denn es ist eine besondere Opposition. Sie ist sehr nah. Nur 58 Millionen Kilometer ist unser Nachbarplanet entfernt. Mugrauer: "Und deshalb ist er sehr hell und für Astronomen, die mit dem Teleskop beobachten, erscheint er uns auch recht groß – also maximal groß praktisch. Und damit kann man die ganzen Oberflächenstrukturen, die Polkappen, die Dunkelgebiete, die riesigen Vulkane, die es da auf der Oberfläche gibt, besonders gut beobachten.“ Und diese Konstellation Mondfinsternis, Super-Mars ist extrem selten. Laut Mugrauer wird es sie erst wieder in 105.000 Jahren geben.

Und dann kommt auch noch die ISS

400 Kilometer über uns zieht die Internationale Raumstation mit rund 27.600 km/h ihre Kreise. Und genau in dieser Nacht fliegt sie wieder über Deutschland und wird perfekt von der - bei uns bereits untergegangenen - Sonne angestrahlt und ist damit um 22.32 Uhr für gut sechs Minuten mit bloßem Auge am Himmel zu erkennen. Sogar noch heller als der Mars. Die NASA hat dafür einen Seite eingerichtet, auf der man die Überflüge der ISS für jeden Ort der Welt anzeigen lassen kann.

Dieses Thema im Programm: MDR-AKTUELL RADIO | 27. Juli 2018 | 09:48 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2018, 11:31 Uhr