Kräftemessen in der Raumfahrt Trump und Musk im Wettlauf um den Mond

2021 will die NASA ihre Superrakete SLS bemannt zum Mond schicken. Donald Trump drängt darauf, schon 2019 zu starten. Tesla-Chef Elon Musk kündigt Touristenreisen dort hin sogar schon für 2018 an.

Mit einem Testflug wollte die NASA ursprünglich ihre nächste Mondmission vorbereiten. 2018 sollte die neue Superrakete SLS (Space Launch System) zunächst unbemannt ins All aufbrechen. Drei Jahre später dann mit zwei Astronauten an Bord. Dem neuen US-Präsidenten Donald Trump dauert das zu lange. Er forderte die Nasa jetzt auf zu prüfen, ob der bemannte Flug nicht vorgezogen werden könne.

Wir stehen nicht unter Druck. Ich finde es ermutigend, dass wir um diese Machbarkeitsstudie gebeten wurden.

Bill Gerstenmaier, NASA
Bill Gerstenmaier
Bildrechte: NASA / Jay Westcott, MDR

sagte Bill Gerstenmaier diplomatisch. Der Chef der Nasa-Abteilung für bemannte Einsätze soll mit seinem Team bis in ca. vier Wochen eine Einschätzung vorlegen, ob der erste bemannte Flug schon 2019 stattfinden kann. Zwei Astronauten sollen dann während eines acht- oder neuntägigen Einsatzes den Mond umrunden. Dies entspricht grob der Mission von "Apollo 8" von 1968, der Generalprobe für die erste Mondlandung im folgenden Jahr. Damals sahen die drei Astronauten als erste Menschen überhaupt zum ersten Mal mit eigenen Augen die Rückseite des Mondes.

Privater Mondtourismus schon für 2018 angekündigt

Die Mission bietet Menschen die Gelegenheit, erstmals seit 45 Jahren tief in den Weltraum zurückzukehren und schneller und weiter in das Sonnensystem zu reisen, als jemals zuvor.

Elon Musk, SpaceX

Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk will schon 2018 Touristen zum Mond schicken. Die ersten beiden Interessenten hätten ihre Reise bereits angezahlt, so Musk. Ihre Namen bleiben vorerst geheim. Gesundheitstests und das Flugtraining würden im Laufe des Jahres beginnen. Noch mehr Menschen hätten große Interesse bekundet, weitere "Ausflüge" zum Mond sollen folgen. Das von dem US-Milliardär gegründete Raumfahrtunternehmen will eine kostengünstige Alternative zu staatlichen Raumfahrtprogrammen bieten und hat bereits im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA die Internationale Weltraumstation ISS mit Nachschub versorgt.

Faszination Weltall: Was wollen wir da eigentlich?

Die Erde von oben, Weltall.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Ferne und Unbekannte zu erreichen, galt schon immer als Beweis menschlicher Leistungsfähigkeit. Das trifft auch und besonders auf das Weltall zu. Nicht zuletzt deshalb waren und sind es oft die Supermächte, die darum wetteifern, die Ersten und die Schnellsten zu sein. Und diejenigen, die die weitesten Strecken im All zurücklegen. Wer sich in dieser unvorstellbar weiten und fremden Sphäre behaupten und die Unsummen für diese Projekte aufbringen kann, erhofft sich das selbe wohl auch auf der Erde. Aber das ist nur eines der Motive, die den Menschen ins All ziehen.

Triebkraft Neugier

Wie sieht es wohl an einem so fernen Ort wie dem Mond aus, wie dahinter? Gibt es doch irgendwo Leben in fremden Sphären? Gibt es Schätze zu finden? Oder einen alternativen Lebensraum für uns Menschen? Nach Jahren der Stagnation herrscht wieder Aufbruchsstimmung. Amerikaner, Russen, Chinesen und Europäer – alle haben neue Missionen, nehmen weit entfernte Ziele ins Visier. Auch Japan und Indien erforschen mit eigenen Sonden ("Chandrayaan“, "Mangalayaan“, "Hayabusa“) unser Sonnensystem. Ihre wissenschaftlichen Missionen liefern fast täglich neue, faszinierende Erkenntnisse. Und manchmal eben auch Misserfolge.

Mission ExoMars 2016

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL im Radio | 28.02.2017 | 06:13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 14:01 Uhr