Bezos, Branson, Musk Drei Milliardäre und die Frage: Wer startet im Juli ins Weltall?

Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies ist die Geschichte von drei Milliardären mit glänzenden Raketen, die auf Feuerstrahlen reiten. Denn jenseits der Mesosphäre wartet das All, viel unentdecktes Land.

Musk, Bezos & Branson reiten auf Rakten durchs All
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Update 4.7.: Branson hat gewonnen, er fliegt am 11. Juli ins All

Die Frage, wer im Juli 2021 als erster Mensch mit einer privaten Mission ins All fliegt, ist (zumindest für den Moment) beantwortet. Virgin Galactic hat heute verkündet, dass Richard Branson mit einer kleinen Crew aus vier Missionsspezialisten und zwei Piloten am 11. Juli in den Weltraum aufbrechen will.

Vier Männer und zwei Frauen in blauen Uniformen vor einem Fenster
Die Unity 22 Crew: Chefpilot Dave Mackay, leitender Betriebsingenieur Colin Bennett, Chef-Astronautenausbilderin Beth Moses, der Gründer von Virgin Galactic Richard Branson, die Vizepräsidentin für Regierungsangelegenheiten und Forschungsbetrieb Sirisha Bandla und der Pilot Michael Masucci (v.l.n.r.). Bildrechte: Virgin Galactic

Im Weltall kann euch niemand schreien hören – schreibt die ESA auf ihrer Kids-Seite. Gut, dass die Milliardäre Richard Branson und Jeff Bezos Sauerstoff in ihren Raumschiffen haben. Denn so werden wir sie jubeln hören, wenn sie das erste Mal das Weltall erreichen (was vermutlich zum Medienereignis wird). Der eine mehr, der andere weniger. Denn, wie wir alle wissen, kann nur einer der Erste sein. Und genau darum geht es in diesem Juli: Welcher der beiden Milliardäre schafft es als Erster, sein Gefährt auf die magische Höhe von über 100 Kilometern zu fliegen, die Grenze zum All zu überschreiten?

Wissenschaft spielt hier nur am Rande eine Rolle. Gut, den Beweis anzutreten, dass man ein Raumschiff starten, fliegen und direkt wieder landen kann, könnte man noch als ingenieurtechnische Leistung werten – egal, ob der Start von der Erde (Bezos mit New Shepard, einer Rakete mit phallischen Ausmaßen) oder von einem Flugzeug (Virgin Space Ship, ein glänzender Schwenkflügler) aus erfolgt. Aber alles andere ist Business. 28 Millionen US-Dollar hat ein Unbekannter für den ersten Mitflug bei Jeff Bezos bezahlt, für zehn Minuten Flug, inklusive ein paar Sekunden Weltraum.

Touristen auf ins All

Bezos will damit die Ära des privaten Weltraumtourismus einleiten – wenn ihm nicht Branson zuvorkommt. Denn es könnte durchaus passieren, dass der Virgin-Boss, der seine ersten Millionen mit Musik gemacht hat, sein Space Ship schon am 4. Juli ins All starten lässt. Dann aber möglicherweise mit Profis, als Test.

Egal, wie das ausgeht, es wird der Beginn des echten Weltraumtourismus. An dem im Übrigen auch die die großen Weltraumagenturen wie NASA oder Roskosmos mitverdienen wollen. Die Russen bieten sogar einen Weltraumspaziergang an.

Was hat das mit Elon Musk zu tun?

Die Frage ist berechtigt. Und die Antwort lautet: Mit etwas Glück stiehlt Musk Branson und Bezos die Show. Denn auch er will im Juli 2021 ins All. Und er ist der Einzige, der ein echtes Starship hat. Nachdem beim letzten Test die Rakete SN15 gestartet und gelandet ist – ohne zu explodieren –, macht seine Firma jetzt Druck. Gwen Shotwell, die Präsidentin von SpaceX, hat vor wenigen Tagen angekündigt, dass es – trotz noch fehlender Genehmigungen – Pläne für einen ersten unbemannten Orbitalflug gibt, bereits im Juli.

Sollte das geschehen, dann könnten die Touri-Flüge von Bezos und Branson zu Randnotizen werden. Denn das Starship von SpaceX ist im Vergleich zu den Raumfahrzeugen der beiden anderen nicht nur im übertragenen Sinne super-heavy. Schließlich soll es einmal zum Mond und zum Mars fliegen, oder sogar darüber hinaus.

Erst die Genehmigung, dann der Flug

Aber noch läuft eine Umweltverträglichkeitsprüfung und die US-Aufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) muss entscheiden, ob das Starship vom texanischen Boca Chica ins All starten darf oder nicht. Und Bransons Firma wartet auch noch auf das finale Go der FAA. Kann also sein, dass gar nicht viel passiert im Juli 2021 im Weltall. Macht nichts. Im August kommen die Perseiden, laue Sternschnuppennächte, das ist wirklich schön.

1 Kommentar

part vor 11 Wochen

Jedes einzelne Glied von Musks galaktischer LEO-Armee hat nach fünf bis sieben Jahren ausgedient. Dann sacken die Dinger allmählich ab und verglühen schließlich in der Erdatmosphäre. Weil dabei große Mengen Aluminium freigesetzt werden, könnte einmal mehr die Ozonschicht Schaden nehmen. Das Handelsblatt verweist ferner auf Berechnungen von Wissenschaftlern der University British Columbia in Kanada, wonach mit der ersten Generation der Starlink-Typen täglich 2,2 Tonnen Metall Richtung Erde stürzen. Dabei entsteht Aluminiumoxid, das Licht in bestimmten Wellenlängen reflektiert. In der Folge könnte sich das Klima der Erde in unabsehbare Richtung verändern, geben die Forscher zu bedenken und sehen »mehrere Tragödien des Allgemeinguts« heraufziehen. Bisher wurde Musk durch die US-Aufsichtsbehörde FCC die Entsendung von 4.400 Satelliten bewilligt, wovon derzeit schon 1.800 um die Erde kreisen und keine Regierung schickt sich an diesen Wahnsinn zu stoppen.