Nachthimmel Ende September So sehen Sie ISS, Venus, Uranus und Neptun

Sie sind nach Sonne und Mond die hellsten Objekte am Himmel: die Venus und die ISS. Abends und morgens strahlen sie in den kommenden Tagen. Und zwischendurch gibt es noch ein besonderes Highlight: Uranus - vielleicht sogar mit bloßem Auge.

Zwei Astronautinnen und ein Astronaut schauen aus der Beobachtungskuppel der ISS
Blick von oben. So schaut die ISS-Besatzung aus der Kuppel auf die Erde. In diesem Fall Christina Koch, Jessica Meir und Andrew Morgan - am 30. Januar 2020 vom Cygnusfrachter aus fotografiert. Bildrechte: NASA/Mark Garcia

Die ISS und die Venus können wir in den kommenden Tagen kaum verpassen – und übersehen auch nicht. Denn selbst in lichtverschmutzten Ballungszentren rund um die großen Städte, wie Leipzig-Halle, Dresden oder Erfurt werden sie klar am Himmel zu sehen sein. Nur die Wolken könnten uns einen Strich durch die Rechnung machen.

Fangen wir mit dem Abend an. Denn der gehört der ISS. Weil die Sonne schon um halb acht untergegangen ist, erleben wir die ISS zwischen 20:00 und 22:00 Uhr. Am heutigen Donnerstag noch kurz und sehr tief über dem südlichen Horizont, zum Wochenende steigt die ISS dann immer höher und ist bereits über vier Minuten lang zu sehen. Am Montag (21. September) erreicht sie bei ihrem Überflug ab ca. 20:54 Uhr (Zeit für Halle) sogar eine Helligkeit vom minus 4,4 mag. Das ist derzeit sogar heller als die Venus. Die schafft zum Monatsende als Morgenstern im Osten aber immerhin auch noch minus 4,2 mag. 

Auf der Nasa ISS-Spotting-Seite kann jeder die sichtbaren Überflüge der Raumstation für seinen Ort ermitteln.

Doch die September-Abende lohnen sich nicht nur wegen der ISS. Denn Jupiter und Saturn bleiben uns schon ab der der Abenddämmerung im Süden erhalten. Jupiter, der hellere, rechts, Saturn links. Am 25. September wird dann am Abend der Mond direkt unter den beiden stehen. Und ab 21:00 Uhr folgt aus dem Osten der Mars, der uns immer näher kommt und am Monatesende sogar heller als der Jupiter erscheint (-2,5 mag).

Mit Glück Uranus und Neptun

Links unterhalb von Mars ist am Abend auch Uranus zu sehen. Mit Glück auch mit bloßem Auge, wenn man weiß, wohin man schauen muss. Sicher aber nur mit einem guten Fernglas oder Fernrohr, oder an besonders dunklen Orten (die finden Sie auf dieser Karte). Uranus ist zwar im Vergleich zur Erde sehr groß (51.000 Kilometer Durchmesser) aber auch extrem weit entfernt. Derzeit rund 19 AU, das sind über 2,8 Milliarden Kilometer. Allerdings reflektiert er das Sonnenlicht besser als jeder andere Planet unseres Sonnensystems. Über 80 Prozent davon schickt der Uranus wieder ins All zurück.

Der Sternenhimmel im Osten über Halle am 17. September 2020
Mars, links davon Uranus und rechts darüber Neptun. So sieht der Nachthimmel am 17.09.2020 um 21:00 Uhr in der Region Halle aus. Bildrechte: Stellarium

Neptun ist nur unwesentlich kleiner, allerdings auch noch weiter entfernt. Er ist der achte und äußerste Planet unseres Systems (bis irgendwann doch noch ein neunter gefunden wird). Ihn sehen Sie vom Mars aus weiter südlich neben dem Sternbild Wassermann.

Planeten am Abendhimmel

Der Nachthimmel im September strotzt geradezu vor Planeten.

Aufnahme der Venus
Die Venus - derzeit als Morgenstern im Osten. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech
Aufnahme der Venus
Die Venus - derzeit als Morgenstern im Osten. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech
26. April beim Rendezvous von Mond Venus
Im Sommer hatte sie ein Rendezvous mit dem Mond. Bildrechte: MDR / Gerald Perschke
Der Planet Neptun
Neptun - die Nummer 8, und damit (derzeit) der letzte Planet unseres Sonnensystems. Bildrechte: ESA/Hubble & NASA, L. Lamy / Observatoire de Paris
Zwei Bilder des Planeten Uranus
Uranus - ein ziemlich guter Spiegel, der über 80 Prozent des Sonnenlichts ins All zurücksendet. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech
Jupiteroberfläche in hochauflösender Qualität
So scharf sehen den Jupiter nur Astronomen. Bildrechte: NASA/ JPL/ SwRI/ MSSS / Gerald Eichstädt
Der Saturn aufgenommen von der Raumsonde Cassini am 2. Januar 2010.
Der Saturn und seine Ringe. Er ist derzeit im Süden links neben Jupiter zu sehen Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute
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gp

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