Umwelt Natur des Jahres 2018

Umwelt Star, Stichling & Lactobacillus

Baum, Vogel oder Fisch: Regelmäßig werden Tiere und Pflanzen des Jahres gewählt. Sogar eine Mikrobe des Jahres gibt es – und die haben Sie heute wahrscheinlich schon gegessen. Eine Auswahl der "Natur des Jahres" 2018.

Computerillustration eines Lactobacillus
Die Mikrobe des Jahres: Die Mikrobe des Jahres haben Sie heute vermutlich schon mehrfach verzehrt: als Sauerteigbrot, in Joghurt oder Käse. Der Lactobacillus bildet aus Kohlenhydraten Milchsäure. Der ph-Wert von Lebensmitteln sinkt dadurch so stark, dass sich schädliche Bakterien nicht mehr vermehren können. So hält sich Essen länger. Bildrechte: IMAGO
Computerillustration eines Lactobacillus
Die Mikrobe des Jahres: Die Mikrobe des Jahres haben Sie heute vermutlich schon mehrfach verzehrt: als Sauerteigbrot, in Joghurt oder Käse. Der Lactobacillus bildet aus Kohlenhydraten Milchsäure. Der ph-Wert von Lebensmitteln sinkt dadurch so stark, dass sich schädliche Bakterien nicht mehr vermehren können. So hält sich Essen länger. Bildrechte: IMAGO
Star (Sturnus vulgaris), sitzt auf einem Baumstumpf
Der Vogel des Jahres: Der Star ist es echtes Gesangstalent. Er kann andere Vögel und sogar Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen. Zu hören sind dann sogar Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen. Durch die industrielle Landwirtschaft fehlt es ihm laut NABU immer mehr an Brutmöglichkeiten und Nahrung. Bildrechte: IMAGO
Steckrüben
Das Gemüse des Jahres: Die Steckrübe wird wegen ihres süßlichen Aromas auch "Ananas des Nordens" genannt. Zugleich hat sie aber aufgrund der Erinnerungen an den „Steckrübenwinter" 1916/17 einen schlechten Ruf. Damals wurden die eigentlich als Viehfutter angebauten Rüben an die hungernde Bevölkerung verteilt. Heute erfeut sich die Steckrübe auch in der Sterneküche wieder großer Beliebtheit. Bildrechte: Colourbox
Rizinusbaum
Die Giftpflanze des Jahres: Die Rizinus-Pflanze wird auch Wunderbaum genannt, denn sie ist vielseitig einsetzbar: Rizinus-Öl kommt als Arzneimittel, Brennmaterial und in Kosmetikartikeln zum Einsatz. Die Schalen der Samen enthalten das hochgiftige Rizin, das zum Tod führen kann. Da es sich nicht in Fett löst, ist Rizinus-Öl aber absolut ungefährlich. Bildrechte: IMAGO
ein Grasfrosch
Der Lurch des Jahres: Der bräunlich bis gelblich gefärbte Grasfrosch ist laut der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde noch weit verbreitet. Allerdings gehe der Bestand dennoch stark zurück. Der Name des Grasfroschs bezieht sich auf seinen bevorzugten Lebensraum in naturbelassenen Wiesen und Wäldern - und gerade die werden durch landwirtschaftliche Nutzung immer seltener. Bildrechte: IMAGO
Eine Wildkatze steht auf einem bemoosten Baumstamm
Das Tier des Jahres: Die Europäische Wildkatze ist keineswegs nur eine verwilderte Hauskatze. Die Tiere sind selten und streng geschützt. In Deutschland kommen sie in waldreichen Mittelgebirgen vor, wurden aber auch schon in Großstädten wie Leipzig entdeckt. Bildrechte: IMAGO
Weißer Andorn
Die Arzneipflanze des Jahres: Der Gemeine Andorn (Marrubium vulgare) ist heute weitgehend unbekannt. Das war nicht immer so: Jahrhundertelang gehörte dieser Lippenblütler zu den beliebtesten Heilpflanzen, vor allem als Mittel gegen Husten. Bildrechte: IMAGO
Fettspinne
Die Spinne des Jahres: Trotz ihres wenig schmeichelhaften Namens ist die Fettspinne nicht dick. Ihr Name rührt daher, dass ihr rotbrauner Körper glänzt, als wäre er mit Fett eingerieben. Sie ist zwar mit der berüchtigten Schwarzen Witwe verwandt, aber völlig harmlos. Bildrechte: IMAGO
Dreistachliger Stichling
Der Fisch des Jahres: Der Dreistachlige Stichling gehört zu den kleinsten heimischen Süßwasserfischen. In der Paarungszeit legen die Männchen ein "Hochzeitskleid" an: Die Brust färbt sich rot, der Rücken blaugrün und die Augen funkeln silberblau. Damit signalisieren sie den Weibchen ihre Fruchtbarkeit. Bildrechte: IMAGO
Esskastanie
Der Baum des Jahres: Die Esskastanie mit ihren kugelig-braunen Früchten ist der Baum des Jahres 2018. Esskastanien wachsen vor allem in Weinbaugebieten wie der Pfalz, aber auch in vielen Parks und Gärten. Sie können rund 30 Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt werden. Bildrechte: IMAGO
Skorpionsfliege
Insekt des Jahres: Gefährlich ist die kleine Fliege trotz ihres Namens nicht. Auch einen Stachel sucht man bei der Skorpionsfliege vergebens. Ihr Name leitet sich vielmehr von dem großen, auffällig über dem Hinterleib getragenen Sexualorgan der männlichen Tiere ab, das einem Skorpionsstachel ähnelt. Bildrechte: IMAGO
Großer Fuchs
Der Schmetterling des Jahres: Der Große Fuchs ist eine der wenigen Schmetterlingsarten, die sich nicht nur von Nektar ernähren, sondern auch von Baumsäften, Exkrementen und Aas. In Deutschland steht er auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere. Bildrechte: IMAGO
Wiesenchampignon
Der Pilz des Jahres: Mit dem Wiesen-Champignon (auch: Feld-Egerling) hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie den wild wachsenden Verwandten des Zucht-Champignons zum Pilz des Jahres erkoren. Pilzsammler berichten, dass der einst in Massen auftretende Speisepilz immer seltener wird. Bildrechte: IMAGO
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Egal ob beim Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot: Die Mikrobe des Jahres 2018 landet fast immer auf dem Teller. Kein Wunder, schließlich ist sie in Milchprodukten wie Käse und Joghurt genauso enthalten wie in Sauerkraut, eingelegten Oliven oder Sauerteigbrot. Es handelt sich um die Gattung Lactobacillus der Milchsäurebakterien.

Der Lactobacillus befindet sich dabei in bester Gesellschaft: Unter dem Sammelbegriff Natur des Jahres küren verschiedene Vereine, Forschungsgesellschaften und Naturschutzorganisationen jedes Jahr Tiere, Pflanzen und andere Lebewesen. Ziel ist es, damit auf ihre besondere Gefährdung aufmerksam zu machen und sie in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Dabei müssen die Preisträger nicht immer gleich vom Aussterben bedroht sein, auch ihre natürlichen Lebensräume können gefährdet sein.

Den Anfang machte der Wanderfalke. 1971 wurde er vom Naturschutzbund NABU e.V. zum ersten Vogel des Jahres gekürt. Im Laufe der Jahre haben immer mehr Organisationen ihre Tiere und Pflanzen des Jahres gekürt und immer mehr Arten kamen dazu. Heute gibt es vom Wildtier, über das Insekt und die Giftplanze bis hin zur bereits erwähnten Mikrobe des Jahres eine bunte Vielfalt auf der Liste.

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Ein Riesenglanzstar
Bildrechte: IMAGO

Obwohl es den Vogel oft gibt, ist der Star auf der aktuellen Rote Liste als gefährdet eingestuft. Starenkästen können dem Vogel des Jahres 2018 helfen, mehr Raum für sich zu finden. Katja Schmidt berichtet.

MDR KULTUR - Das Radio So 15.10.2017 14:15Uhr 04:03 min

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Radio | 01. Januar 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2018, 12:21 Uhr