Amazonas Regenwald spiegelt sich im Fluss.
Flusslandschaft im Amazonas-Regenwalt: Weltweit sind 40 Prozent aller Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Britische Studie Fernsehen ist gut für den Planeten

16. Februar 2023, 09:36 Uhr

Fernsehen schauen ist gut für den Planeten – zumindest, wenn es sich um Naturdokus handelt. Eine Studie von den britischen Inseln zeigt ein gesteigertes Interesse an den in derartigen Sendungen vorgestellten Pflanzen. Möglicherweise lässt sich damit auch das Engagement der Menschen für Umweltschutzthemen auf unserem Planeten verbessern.

Das Anschauen von Naturdokumentationen im Fernsehen steigert das Interesse der Menschen an Pflanzen. Es fördert möglicherweise ihr Engagement in Botanik und Ökologie und kommt so dem Schutz des Lebens auf unserem Planeten zugute. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie, die in den Annals of Botany des Universitätsverlags Oxford University Press erschienen ist.

Forscher des University College Dublin in Irland untersuchten anhand der BBC-Produktion "Green Planet" aus dem Jahre 2022, inwieweit diese Naturdokumentation das Bewusstsein der Menschen für Pflanzen und deren Schutz förderte. Die mehrteilige Sendereihe mit fast 5 Millionen Zuschauern im Vereinigten Königreich stellte eine Vielzahl weltweiter Pflanzenarten und Ökosysteme vor und zeigte, welchen Bedrohungen diese ausgesetzt sind.

Online-Verhalten der Zuschauer untersucht

Die Forscher untersuchten das Online-Verhalten der Menschen im Kontext der in der Fernsehsendung gezeigten Pflanzenarten. Sie extrahierten Google Trends und Wikipedia-Seitenzugriffe für alle vorgestellten Arten vor und nach der Ausstrahlung der einzelnen Episoden. Dabei stellten die Wissenschaftler einen erheblichen Einfluss von "Green Planet" auf das Interesse der Zuschauer an den in der Doku-Reihe porträtierten Pflanzenarten fest.

So erreichten bei Google Trend mehr als 28 Prozent der Suchbegriffe, die die in der BBC-Dokumentation erwähnten Pflanzen repräsentierten, in der Woche nach der Ausstrahlung der entsprechenden Folge einen Spitzenwert in der Popularität. Fast ein Drittel (31,3 %) der Wikipedia-Seiten, die sich auf die in "Green Planet" erwähnten Pflanzen bezogen, wurden in der Woche nach der Ausstrahlung häufiger besucht. Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Menschen vor allem online nach Pflanzen suchten, die in der BBC-Dokumentation mehr Sendezeit erhielten.

Frühere Vermutungen durch Studie bestätigt

Die Studienergebnisse bestätigen frühere Vermutungen, dass naturkundliche Fernsehproduktionen das Bewusstsein der Zuschauer für solche Themen schärfen. So hatten Forscher bereits nach früheren Tierdokus wie "Planet Erde II", "Blauer Planet II" oder "Sieben Welten - Ein Planet" entsprechende Tendenzen festgestellt, ohne diese jedoch empirisch nachweisen zu können.

"In dieser Studie zeigen wir, dass Naturdokumentationen das Pflanzenbewusstsein der Zuschauer steigern können", betont Hauptautorin Joanna Kacprzyk. Die Ergebnisse würden zudem zeigen, dass die Zuschauer bestimmte Pflanzenarten besonders fesselnd fanden. Diese könnten gezielt für die Förderung des Pflanzenschutzes eingesetzt werden, um dem alarmierenden Verlust der Pflanzenvielfalt entgegenzuwirken, schlägt die Forscherin vor. Die Zeit dazu drängt, schließlich sind aktuell 40 Prozent der Pflanzenarten weltweit vom Aussterben bedroht.

(dn)

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