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Die Joro-Spinne breitet sich an der Ostküste der USA aus. Doch Forscher meinen, es bestehe kein Grund zur Panik. Bildrechte: IMAGO / Wirestock

Wissen-NewsUS-Wissenschaftler: Panik um Joro-Spinne unbegründet

11. Juli 2024, 15:35 Uhr

Als riesige, giftige und dazu noch fliegende Invasoren auf dem Weg in die Ballungszentren der Ostküste der USA wird die Joro-Spinne medial aufgebauscht. Doch Wissenschaftler geben Entwarnung vor der invasiven Art, die nicht so besonders ist, wie berichtet.

Sie sind schwarz-gelb, stammen ursprünglich aus Asien und versetzen gerade die US-Ostküste in helle Aufregung: Jorō-Gumo-Spinnen seien riesig und giftig, könnten fliegen und eroberten deshalb ständig neuen Lebensraum. Noch dieses Jahr könnte die Metropole New York neue Heimat für die Spinnen werden, so der Tenor zahlreicher Medien. Wissenschaftler dämpfen die Panik allerdings etwas.

Ja, die Joro-Spinne ist giftig. Wie aber eigentlich alle Spinnen. Und die kolportierte Größe von fünf bis sechs Zentimeter ist deutlich übertrieben, sagt Floyd Shockley vom Smithsonian National Museum of Natural History in Washington. "Man müsste dieses Ding wie ein mittelalterliches Foltergerät ausstrecken, um (seine Beine, d. Red.) auch nur fünf Zentimeter lang zu bekommen, geschweige denn sechs Zentimeter."

Mit den Spinnen Leben lernen

Auch könnten die Tiere nicht fliegen, werden im jungen Alter eher vom Wind verweht. "Ich sage es den Leuten nur ungern, aber jeden Frühling fliegen wahrscheinlich Tausende von kleinen Spinnen über Ihren Kopf, und die Leute haben keine Ahnung, dass das passiert", erklärt David Coyle von der Clemson Universität. Die Verbreitung entlang der Ostküste der USA sei daher nicht überraschend, auch wenn die Joro-Spinne dort in den nördlicheren Gefilden noch nicht heimisch geworden ist.

Bisher gibt es lediglich in den Südstaaten Georgia, Tennessee, Oklahoma sowie North und South Carolina bemerkenswerte Populationen, auch wenn eine weitere Ausbreitung nicht ausgeschlossen werden kann. Die scheuen Spinnen werden für die Menschen bald zur Alltäglichkeit werden, meint Andy Davis von der University of Georgia: "Vielleicht sollten die Menschen, anstatt zu versuchen, sie abzuschaffen, einfach lernen, mit ihnen zu leben. Denn ihre Verbreitung ist inzwischen exponentiell. Es gibt Millionen und Abermillionen von ihnen."


jar/ens

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Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 30. Mai 2024 | 15:30 Uhr

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