Aids, Corona, Grippe Neues Netzwerk in Halle: Wie breiten sich Infektionskrankheiten aus?

Die Unimedizin Halle koordiniert ein neues Netzwerk zur Erforschung von schweren Infektionskrankheiten wie etwa Covid-19. Die Modellrechnungen sollen helfen, die Dynamik der Krankheiten zu erkennen.

Menschen in der Einkaufsstraße und Fußgängerzone in der Innenstadt von Heidelberg.
Wie breiten sich Infektionskrankheiten wie Covid-19 in der Bevölkerung aus? Die Forschung dazu wird in Halle koordiniert. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Sechs Forschungsteams in ganz Deutschland sollen in Zukunft bessere Daten-Modelle über die Ausbreitung schwerer Infektionskrankheiten wie etwa bei Corona, oder auch Grippe oder Aids erstellen. Ziel sind genauere Berechnungen, um die Dynamik der Krankheiten wie Covid-19 zu erkennen und die Effekte von Eindämmungsmaßnahmen abschätzen zu können. Die Koordination der Forschung liegt in den Händen der Unimedizin Halle.

Neue Programme für wissenschaftlichen Nachwuchs

Dr. Alexander Kuhlmann
Prof. Alexander Kuhlmann betreut die neue Koordinationsstelle in Halle. Bildrechte: MLU/Universitätsklinikum Halle

Eigene Forschung ist dafür in Halle allerdings nicht geplant. Hier geht es um den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch zwischen den Forschungsverbünden, das Datenmanagement und die Verbreitung des neu erworbenen Wissens. Neben dem Austausch der Arbeitsmethoden und –Ergebnisse ist Halles Schwerpunkt "die Ausbildung von jungen Modellier:innen in Deutschland mit der Entwicklung von gemeinsamen Lehr- und Fortbildungsprogrammen zu fördern", so Dr. Alexander Kuhlmann, der in Halle die Juniorprofessur für Gesundheitsökonomie/Versorgungsforschung innehat und das Projekt betreut.

Mehr Verständnis in der Bevölkerung

In der Zeit der Corona-Pandemie sind mathematische Modelle zur Ausbreitung der Erkrankung auch in  der Öffentlichkeit oftmals kontrovers diskutiert worden. Im Hinblick auf die Komplexität des Forschungsgebietes gab es "teilweise Unsicherheiten hinsichtlich der Einordnung von Modellergebnissen und darüber, was Modellierungen leisten können", so Kuhlmann. "Daher möchten wir auch dazu beitragen, das Verständnis über mathematische Modellierungen in der Gesellschaft zu stärken."

Links/Studien

Das Projekt Stärkung der Modellierungskompetenz zur Ausbreitung schwerer Infektionskrankheiten ist beim DLR angesiedelt. Die Uni Halle bekommt laut eigenen Aussagen bis 2025 als Koordinierungsstelle mehr als eine Million Euro Fördermittel.

pm/gp

Selbstgeschneiderte Stoffmasken im Schaufenster einer Schneiderei in Nürnberg. 6 min
Mund-Nase-Masken sind derzeit eines der wichtigsten Mittel, um die Ausbreitung der Virusinfektionen zu bremsen. (Symbolfoto) Bildrechte: imago images/Future Image

2 Kommentare

part vor 8 Wochen

Na wenigstens schon mal ein kleiner Fortschritt, alle Erkenntnisse oder auch Fehlleistungen werden gebündelt und statistisch ausgewertet, ohne jedoch bestimmte Grundübel besonders zu berücksichtigen. In wessen Salär die einzelnen Forschungsverbunde stehen, darüber hat der Leser leider keine Kenntnis erlangt. Erfreulich jedoch, dass hier Fördergelder fließen, um endlich ein gemeinschaftliches Endergebnis abliefern zu können, dessen Bewertung international standhalten muss.

MDR-Team vor 8 Wochen

Ihrer Meinung nach...
Sehr unterstellend.