Luftaufnahme von geometrischen Figuren und Linien sowie Tier-und Pflanzendarstellungen
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Frühe Kulturen Gigantisch: Geoglyphen in Peru

Davon hätte die Dresdner Wissenschaftlerin Maria Reiche geträumt: Von Drohnen, mit denen man die rätselhaften "Líneas de Nazca" in Peru überfliegt und fotografiert. Reiche hatte sich ab 1946 intensiv mit den rätselhaften Bodenbildern befasst. Jetzt haben Forscher Bilder entdeckt und fotografiert, die viel älter sind als die in Nazca.

Luftaufnahme von geometrischen Figuren und Linien sowie Tier-und Pflanzendarstellungen
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Drohne sei Dank – Forscher aus Peru haben Scharrbilder früher südamerikanischer Kulturen aus 30 Meter Höhe dokumentiert. Die jetzt fotografierten Geoglyphen, wie die Bodenbilder unter Archäologen heißen, befinden sich an den Hängen der Provinz Palpa, die südlich der Hauptstadt Lima gelegen ist. Die neu dokumentierten Bilder sind im Gegensatz zu anderen berühmten Bodenbildern auch vom Boden aus zu sehen. Die Nazca-Linien aus der gleichnamigen peruanischen Wüste dagegen ergeben nur aus der Luft betrachtet Dreiecke, Trapeze und Tiere.

Scharr-Bilder aus Peru

Luftaufnahme von geometrischen Figuren und Linien sowie Tier-und Pflanzendarstellungen
Im April 2018 aufgenommen in der peruanischen Region Palpa - links im Bild affenartige Wesen, rechts geometrische Figuren. Bildrechte: dpa
Luftaufnahme von geometrischen Figuren und Linien sowie Tier-und Pflanzendarstellungen
Im April 2018 aufgenommen in der peruanischen Region Palpa - links im Bild affenartige Wesen, rechts geometrische Figuren. Bildrechte: dpa
Luftaufnahme von geometrischen Figuren und Linien sowie Tier-und Pflanzendarstellungen
Diese Figuren aus der Palpa-Region wurden im Frühjahr 2018 erstmals in Luftaufnahmen dokumentiert. Bildrechte: dpa
Die riesigen Zeichnungen in dem trockenen Wüstengebiet zeigen sowohl menschliche Figuren, als auch eine Vielzahl von Tieren, wie zum Beispiel Lamas, Affen, Käfer oder Fische.
Eines der berühmten Bodenbilder aus Nazca. Bildrechte: imago/sepp spiegl
Zeichnung eines Menschen in der Nazcawüste.
Schon länger bekannt ist diese Figur aus der Nazca-Wüste. Bildrechte: imago/ZUMA Press
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Die jetzt fotografierten Bilder in Palpa zeigen Menschen, Affen und auch einen Wal. Die Forscher erhoffen sich anhand der neuen Aufnahmen mehr Erkenntnisse über die prähispanischen Kulturen. Die als Boden- oder Scharrbilder bezeichneten Geoglyphen gehen auf die präkolumbianischen Kulturen der Paracas und Topará zurück - aus der Zeit zwischen 500 vor und 200 nach Christus. Sie sind also auch älter als die bisher mehr bekannten Nazca-Linien.

Als eine Dresdnerin die Wüste auskehrte

Maria Reiche,auf einem Sofa sitzend, eine große Fotografie der Nazca Linien in den Händen haltend.
Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone

Einen großen Anteil an der Entdeckung der Nazca-Linien hatte die Dresdner Wissenschaftlerin Maria Reiche. Sie wandert Anfang der 1930er-Jahre nach Peru aus und forscht 40 Jahre lang über die geheimnisvollen Linien der frühen Kulturen Perus.

Reiche lebt für ihre Forschung und zieht dafür aus der Stadt Nazca in eine Hütte ohne Wasser und Strom am Rande der Wüste. Bei ihren Forschungen wird sie schließlich sogar von der peruanischen Luftwaffe unterstützt, die ihr für Luftaufnahmen mehrere Flüge über das Gebiet ermöglicht. Bis heute ist ihre Theorie, dass es sich bei den Linien um eine große astronomische Kalenderanlage handelt, nicht bewiesen.

Maria Reiche, die unter anderem Mathematik, Physik und Geographie in Dresden, Leipzig und Hamburg studierte, wurde in Peru zunächst als die exzentrische "Gringa, die die Wüste mit einem Besen kehrt" bekannt. Für ihre wissenschaftlichen Verdienste wurde sie später mit den höchsten Preisen des Landes geehrt und 1984 auch in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz der 1. Klasse. Peru machte nach ihrem Tod am 8. Juni 1998 den Tag zu einem nationalen Feiertag; in Lima, wo Reiche schließlich auch starb, ist ein Stadtpark nach der sächsischen Wissenschaftlerin benannt.

Mathematikerin Maria Reiche unterwegs in Peru. Hier steht sie neben einem VW-Käfer an dem sie einen provisorischen Sonnenschutz aus weißen Linnen improvisiert.
Bildrechte: imago/ZUMA Press

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. April 2018 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 11:45 Uhr