Neuer Astronaut Nach Astro-Alex kommt Mond-Matthias

Matthias Maurer – unser Mann auf dem Mond. Wenn es nach dem neuen deutschen Astronauten geht, der heute in Darmstadt von der Esa vorgestellt wurde, dann ist das ein erstrebenswertes Ziel. Aber letztlich auch nur ein Zwischenstopp. Denn der 46-jährige sieht die Mondmission als Übung - für den Flug zum Mars.

Wissen Sie wie viele aktive Astronauten es in Europa gibt? Es sind zehn – mit Stand heute. Ein ziemlich exklusiver Club, zu dem jetzt auch Matthias Maurer gehört. Er ist neben Alexander Gerst der zweite deutsche Astronaut der Esa. Und er hat einen ziemlich langen Anlauf genommen, bis sein Traum Realität wurde.

46 Jahre ist der Saarländer alt – ein Spätberufener. Aber er ist trotzdem noch immer Abenteurer, der sich auf die Expedition ins All freut, auch wenn es derzeit noch keinen konkreten Termin für einen ersten Flug gibt. Dass er körperlich und mental fit ist, hat er im vergangenen Jahr mehrfach bewiesen. Erst bei einer Mission 20 Tage unter Wasser, bei der das Leben auf dem Mars simuliert wurde.  Wer unten war, wusste, dass es 16 Stunden Druckausgleich brauchen würde, um aufzutauchen.

Das heißt: Man ist wirklich auf einem anderen Planeten. Alles dort unten wirkt fremd und unnatürlich. Und man weiß: Es gibt keinen schnellen Ausstieg.

Matthias Maurer

Dann im November in Norwegen: 48 Stunden in der Wildnis, ohne Essen, ohne Getränke, ohne Zelt oder Schlafsack, bei minus neun Grad in der Nacht.

Im zweiten Anlauf klappte es

Aber im Kopf ist er Wissenschaftler. Materialwissenschaften und Werkstofftechnik sind seine Themen, über die er auch eine Dissertation geschrieben hat. 2008 hatte er sich beim letzten Astronauten-Casting der Esa beworben - damals war auch Alexander Gerst dabei -, schaffte es sogar unter die Top 10, aber dann war Schluss. Doch Maurer blieb dran und nutzte die Chance und die Kontakte, um als Wissenschaftler bei der Esa einzusteigen. Als dann 2014 wieder neue Flüge geplant wurden, erinnerte sich der damalige Esa-Direktor an Maurer. Und er sagte sofort ja.

Wann die erste Mission für Maurer beginnt, ist noch offen. Er lernt jetzt erst einmal Russisch und Chinesisch – und wirbt für die Raumfahrt.

Sicherlich ist die ISS momentan ein ganz tolles Ziel. Aber der Mond wäre auch eins, das ich mir vorstellen und wünschen würde.

Matthias Maurer

Doch auch der Mond ist nur Zwischenstation, glaubt Maurer. Dort, so sagt er, werden wir die Technologien testen, die wir brauchen, um auf den Mars zu fliegen. Als Inspiration empfiehlt er den Film "Der Marsianer“ mit Matt Damon. "Ein absoluter Klassiker.“

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell Im Radio | 02.02.2017 | 16:15
Im Fernsehen | 02.02.2017 | 19:30

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 17:19 Uhr