Forschungsumfrage TU Dresden Kann das 9-Euro-Ticket den Verkehr nachhaltig verändern?

Seit dem 1. Juni gilt für drei Monate das 9-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr. Für Mobilitätsforscher der TU Dresden und der Uni Göttingen ist "das größte Real-Experiment im bundesweiten ÖPNV" eine einmalige Chance, die sie mit Ihrer Hilfe nutzen wollen.

Eine Frau hält in einem Fahrradabteil ein 9-Euro-Ticket.
Für neun Euro quer durch die Republik. Für Forscher "das größte Real-Experiment im bundesweiten ÖPNV" Bildrechte: IMAGO / Kirchner-Media


Es ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Mobilität in der Bundesrepublik. Für drei Monate darf jeder mit dem 9-Euro-Ticket fast den gesamten Nah- und Regionalverkehr nutzen. Doch was wird davon bleiben? Vermutlich nichts, sagt Verkehrsforscher Andreas Knie. Für den Professor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sind das nur Strohfeuereffekte. "Um dauerhaft Menschen aus den Autos in Bus und Bahn zu bringen, reichen drei Monate einfach nicht aus." Aber hinterher wieder zum alten Tarifwirrwarr zurückkehren, ist das realistisch? Ein Zurück zu diesen unübersichtlichen Angeboten, das wird nur schwer gelingen, meint Knie bei MDR AKTUELL. "Insofern könnte ich mir vorstellen, dass das 9-Euro-Ticket so eine Art Anreiz ist, den öffentlkichen Verkehr grundsätzlich zu reformieren."

Wie sollen die Preise in Zukunft aussehen?

Wie der ÖPNV und seine Preisstruktur in Zukunft, nach diesem Experiment aussehen sollten, dass erforschen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der TU Dresden und der Uni Göttingen. Welche Auswirkungen hat das Angebot auf den ländlichen und den urbanen Raum? Wie müssen die Fahrpreise sind in Zukunft ändern? Die Forschungsgruppe Flexible Transport Systems and Complex Urban Dynamics (FTSCUD) an der Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List" der TU Dresden führt deshalb zur Einführung des bundesweiten 9-Euro-Tickets eine Online-Umfrage zur Preissensitivität in Kooperation mit der Universität Göttingen durch.

Die Ergebnisse sollen dabei helfen, so die Forschenden, "Veränderungen für den ÖPNV gegenüber dem Status-Quo zu bewerten und mögliche Effekte einer veränderten Preis-/Tarifgestaltungen aufzeigen".

Umfrage

Hier geht es zur Umfrage "Preissensitivität des 9-EURO Tickets" der TU Dresden und Uni Göttingen.

Die Daten werden anonymisiert erhoben und gemäß der DSGVO verarbeitet. Die erhobenen Daten dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Forschung.

gp/mdr

24 Kommentare

Hanna vor 3 Wochen

Das 9€-Ticket ist eine zeitlich begrenzte Maßnahme. Der OBM von Leipzig hat auch bereits Fahrpreiserhöhungen der LVB für danach angekündigt. Ich sehe das 9€-Ticket als "Beruhigungspille" an und es scheint zu funktionieren. Viele nehmen das Angebot an und drängen sich in überfüllte stickige und teils ziemlich schmutzige Verkehrsmittel. Dabei wäre es manchmal ratsam, dem Ticket ein Deo beizufügen. Aber was soll's, ab September werden sich dann all die, die beim Einkauf, bei den Wohnkosten, an der Tankstelle etc. an der Preisgestaltung verzweifeln weiterhin die dann teuren Tickets nutzen und vielleicht ja sogar alle weiteren Preissteigerungen akzeptieren. Die Politiker haben ja ihre Hilfsbereitschaft gezeigt.

Anni22 vor 4 Wochen

@ Eulenspiegel Klar in der Großstadt fahren Sie bestimmt auch täglich ihren Nachbarn zur Arbeit, die Kinder holen, zum Einkaufen und zum Arzt... (Es geht eben nicht darum jemanden einmal irgendwohin zu bringen, sondern die Meschen brauchen eine tägliche Anbindung.
Außer Großstädten gibt es dann noch so kleine Städte auch ohne Straßen- und U-Bahn und auch da müssen die Menschen oft woanders hin um zu arbeiten, zum lernen, zum Arzt usw....

wo geht es hin vor 4 Wochen

Na da korrigiuere ich Sie doch auch mal: es waren nämlich über die gesamte Dauer der Weltwirtschaftsforums doch ca. 1500. Ihre 400 waren es allein am ersten Tag. Und selbst wenn es "nur" Ihre 400 gewesen wären - macht das die ganze Sache jetzt besser?