News aus der Wissenschaft Vogelschutzaufkleber auf der Innenseite von Fenstern nutzlos

Die Themen im Überblick: Vogelschutzaufkleber auf der Innenseite von Fenstern nutzlos. RKI: Starke Welle von Atemwegserkrankungen unter Kindern. Substanz zum Einbalsamieren von Mumien entschlüsselt. Klimaziel von 1,5 Grad nicht realistisch. Brustkrebs-Patientinnen mit 70 werden deutlich seltener bestrahlt als mit 69. Schwere Depression vor den Tagen: Botenstoff Serotonin verantwortlich. Fischer und Delfine gemeinsam auf Fischfang. Diese und weitere Themen in den MDR WISSEN News.

Eine Fensterscheibe mit Vögelaufklebern.
Aufkleber können Vögel vor einer Kollision mit einer Fensterscheibe schützen - aber nur wenn sie richtig angebracht sind. Bildrechte: IMAGO / Shotshop

02.02.2023, 15:45 Uhr | Leckerer, einheimischer Kakao könnte Kleinbauern im Amazonas helfen

Bisher wird im westlichen Amazonasgebiet hauptsächlich ertragreicher, aber meist qualitativ minderwertiger Kakao angebaut. Ein internationales Forscherteam mit Göttinger Beteiligung hat nun herausgefunden, dass es für die dortigen Kleinbauern wirtschaftlich deutlich sinnvoller wäre, auf einheimische Sorten umzustellen, die häufig auch einen besseren Geschmack besitzen. Diese Sorten könnten sich zudem besser an regionale Klimabedingungen anpassen und die einheimische Artenvielfalt fördern.

Derzeit ist das genetische Potenzial der wilden einheimischen Kakaopopulationen in der westlichen Amazonasregion gefährdet, weil veränderte Kulturpflanzen eingeführt und Waldstandorte zerstört werden. Eine Umstellung auf einheimische Sorten wäre laut den Experten mit nur geringen und kurzen Produktivitätseinbußen möglich und würde dabei helfen, die verbleibende genetische Vielfalt zu schützen.

02.02.2023, 14:31 Uhr | Vogelschutzaufkleber auf der Innenseite von Fenstern nutzlos

Klebebilder zum Vogelschutz bringen nur etwas, wenn sie an der Außenseite von Fenstern angebracht werden. Das hat eine Studie der US-Uni College of William & Mary ergeben, bei der experimentell die Effektivität von verschiedenen Vogelschutz-Aufklebern auf der Innen- und Außenseite von Scheiben untersucht wurde.

Im Ergebnis wurde die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen von Vögeln bei allen Anbietern reduziert, wenn ihre Klebebilder außen angebracht wurden – innen war diese nicht der Fall. Die Unfälle an Scheiben führen zu hunderten Millionen toten Vögeln jedes Jahr, betont der Studienautor Dr. John Swaddle. Mit anders angebrachten Aufklebern könnten einige Kollisionen verhindert werden.

Tatsächlich gehört der Aufprall auf eine Glasscheibe gehört zu den häufigsten vom Menschen hervorgerufenen Todesursachen von Vögeln. Das Problem liegt darin, dass das Glas von den Tieren oftmals zu spät oder gar nicht erkennt wird. Vogelschützer fordern daher, dass auf den Scheiben verstärkt sichtbare Muster oder Klebebilder angebracht werden.

02.02.2023, 13:03 Uhr | Smartphone-App erkennt Anzeichen für Herzinfarkt

Eine neuartige App soll einer vorläufigen Studie zufolge Herzinfarkt-Symptome genauso gut erkennen können wie medizinisches Personal. Die Applikation namens "fast.ai" wurde von Juli 2021 bis Juli 2022 an 270 Patienten mit der Diagnose eines akuten Herzinfarkts getestet. Dabei erkannte die App die Infarkt-typische Gesichtsasymmetrie in 100 Prozent und die Armschwäche in zwei Drittel der Fälle.

Das Modul für die undeutliche Aussprache müsse dagegen noch überarbeitet werden, könnte aber in Zukunft ebenfalls funktionieren, so die Forschenden. Ein Mangel der Studie liegt darin, dass die App-Anwender von ärztlichem Personal bei der Nutzung begleitet wurden. Im Alltag soll sie aber gerade in Notfällen helfen, wenn es die möglichen Infarkt-Patienten nicht mehr rechtzeitig in ein Krankenhaus schaffen.

02.02.2023, 10:26 Uhr | RKI: Starke Welle von Atemwegserkrankungen unter Kindern

Von Oktober bis Ende Dezember 2022 hat es laut Robert Koch-Institut (RKI) unter den Kindern in Deutschland 24 Millionen Atemwegsinfektionen gegeben. Die hohe Zahl rühre daher, dass sich zusätzlich zu Sars-CoV-2 auch RS-Viren und Grippeviren verbreitet hätten, so das RKI: "Die von den beiden Erregern bedingten Infektionswellen waren zeitgleich, ungewöhnlich früh und ungewöhnlich stark."

Bei den Erwachsenen spricht das RKI von rund 67 Millionen Atemwegserkrankungen in dem Zeitraum. Die Zahlen stammen aus einem RKI-Portal, auf dem das Vorkommen von akuten Atemwegserkrankungen dokumentiert wird. Insgesamt leben in Deutschland rund zwölf Millionen Kinder und 72 Millionen Erwachsene.

Seit Anfang 2023 ist die Grippewelle laut RKI vorbei. Aktuell verzeichnet das Institut allerdings wieder einem deutlichen Anstieg der akuten Atemwegserkrankungen. Dies könne durch eine "Kombination der Zirkulation verschiedener Atemwegserreger, inklusive der typischen Erkältungsviren, hervorgerufen zu werden".

02.02.2023, 08:05 Uhr | Sepsis kann sich auf das Herz auswirken

Eine Krankenhauseinweisung wegen einer Sepsis erhöht offenbar das Risiko für verschiedene schwerwiegende Erkrankungen. Wie eine US-Studie gezeigt hat, steigt durch die umgangssprachlich "Blutvergiftung" genannte Krankheit die Wahrscheinlichkeit für ein späteres Herzversagen um 51 Prozent und allgemein für eine Wiedereinweisung um 38 Prozent. Das Risiko für eine Hospitalisierung wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wächst dadurch um 43 Prozent.

Bei der Sepsis handelt es sich um extreme Antwort des Immunsystems auf eine Infektion der Blutbahn, die sich auf den ganzen Körper ausbreiten kann. Weltweit gehört sie zu den häufigsten Ursachen für Krankenhauseinweisungen und Tod. In Deutschland sterben daran jährlich rund 75.000 Menschen.

01.02.2023, 17:03 Uhr | Substanz zum Einbalsamieren von Mumien entschlüsselt

Ein deutsch-ägyptisches Forscherteam hat erstmals nachgewiesen, mit welchen Substanzen die alten Ägypter ihre Mumien einbalsamierten. Dabei konnten die Experten unter anderem von der Münchner LMU und der Uni Tübingen zeigen, welche Stoffe sich hinter namentlich bereits bekannten Bezeichnungen verbergen und welche Substanzen für welches Körperteil verwendet wurden.

Mithilfe chemischer Rückstandsanalysen konnten die molekularen Reste jener Substanzen herausgelöst und identifiziert werden, die sich früher in einem Gefäß befunden hatten, das im ägyptischen Sakkara unweit der Unaspyramide gefunden worden war. "Seit langer Zeit wurde die von den alten Ägyptern als "antiu" bezeichnete Substanz mit Myrrhe oder Weihrauch übersetzt. Doch wir konnten nun zeigen, dass sich dahinter ein bestimmtes Gemisch ganz unterschiedlicher Zutaten verbirgt, die wir mit Hilfe der Gaschromatographie-Massenspektrometrie entschlüsseln konnten", erklärt der Projektleiter Projektleiter Maxime Rageot.

Bei der in Sakkara gefundenen Substanz habe sich um eine Mischung aus Zedernöl, Wacholder- beziehungsweise Zypressenöl und tierischen Fetten gehandelt. Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung war, dass Mumifizierungen für den frühen globalen Handel offenbar von großer Bedeutung waren. Denn ein großer Teil der Materialien, die dafür verwendet wurden, stammte nicht aus Ägypten, sondern zum Teil aus dem Mittelmeerraum und sogar auch aus dem tropischen Afrika und Südostasien.

01.02.2023, 15:15 Uhr | "Störungen" können beim Lernen helfen

Viele veränderliche Reize können uns beim Lernen einer Aufgabe unterstützen. Das haben Göttinger Forschende anhand von Versuchen mit Probanden herausgefunden, die verschiedene Aufgaben mit Linienmustern erledigen sollten und dabei unterschiedlichen Reizen ausgesetzt waren. Es wurde deutlich, dass ihr Gehirn offenbar die irrelevanten Reize erkannte, herausfilterte und bislang untrainierte Neuronen durch die zusätzlichen Reize aktiviert wurden.

"Insgesamt zeigt die Studie, dass durch die Trainingsart die Lernstrategie des Gehirns und damit möglicherweise auch der Ort, an dem das Lernen im Gehirn stattfindet, beeinflussbar ist", resümiert der Studienautor Caspar Schwiedrzik. Dies könne man etwa mit dem Training beim Fußball vergleichen, bei dem mehr Variabilität auch dazu führt, dass man den unterschiedlichen Herausforderungen später im Spiel besser gewachsen ist.

01.02.2023, 13:45 Uhr | Gemälde aus dem 19. Jahrhundert verdeutlichen zunehmende Luftverschmutzung

Eine Analyse der Bilder von William Turner und Claude Monet hat ergeben, dass diese bedeutenden Maler die wachsende Luftverschmutzung zu ihrer Zeit deutlich zeigten. Dabei geht dem internationalen Forscherteam zufolge der Wandel von gegenständlicher zu impressionistischer Malerei der beiden Maler einher mit den Umweltveränderungen im Zuge der industriellen Revolution.

Ähnliche Erkenntnisse wurden zuvor schon für die Gemälde von Vincent van Gogh und Edvard Munch gemacht. Bei Turner und Monet zeigte sich besonders eine Übereinstimmung zwischen den lokalen Veränderungen der Schwefeldioxid-Konzentration in der Luft und den Bildern der beiden Maler, die diese Änderungen auf ihren Gemälden teilweise akkurat wiedergaben.

01.02.2023, 12:02 Uhr | Klimaziel von 1,5 Grad nicht realistisch

Eine Studie von Hamburger Forschenden hat ergeben, dass die Pariser Klimaziele unrealistisch sind. 2015 wurde auf einer Klimakonferenz in der französischen Hauptstadt beschlossen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Für die Untersuchung analysierte ein interdisziplinäres Team zehn gesellschaftliche, klimarelevante Faktoren wie die UN-Klimapolitik, die Gesetzgebung zum Klimaschutz, Klagen vor Gericht, das Konsumverhalten oder die Medien. Vor allem das Verhalten von Konsumenten und Unternehmen bremse laut der Studie weltweit den Klimaschutz.

"Die notwendige umfassende Dekarbonisierung verläuft einfach zu langsam", erklärte die Studienautorin Anita Engels. Dies liege vor allem am sozialen Wandel, der bislang nicht ausreiche. So hätten die staatlichen Investitionen, um die Folgen der Corona-Krise und des russischen Einmarsches in die Ukraine abzumildern, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch verfestigt. "Verfehlen wir die Klimaziele, wird es umso wichtiger, sich an die Folgen anzupassen", betonte Engels.

01.02.2023, 09:15 Uhr | Starkes Übergewicht führt zu Rückgang von Gehirnmasse im Alter

Stark übergewichtige Menschen und an Alzheimer erkrankte Patienten zeigen ähnliche Muster von zurückgebildetem Gewebe im Gehirn. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie kanadischer Neurowissenschaftler. Sie hatten Stichproben bei 1300 Personen genommen und verglichen, inwiefern sich graue Gehirnmasse zurückbildete bei adipösen und bei normalgewichtigen Menschen. Dabei zeigte sich, dass Fettleibigkeit zu einer ähnlichen Ausdünnung grauer Substanz in der Großhirnrinde führt wie bei Alzheimer. Die Ausdünnung könnte eine der Ursachen von den Symptomen einer Demenz sein. Eine starke Gewichtsreduzierung könnte also auch den Abbau kognitiver Leistungen verlangsamen und das Alzheimer-Risiko reduzieren, schließen die Forscher.

01.02.2023, 07:05 Uhr | Speiseröhrenkrebs: Roboterhilfe bei Operation erhöht Heilungschancen

Bei Speiseröhrenkrebs ist die Entfernung der Speiseröhre zusammen mit einer Chemotherapie ein wichtiger Faktor für eine mögliche Heilung. Dresdner Forschende haben nun herausgefunden, dass dabei die Hilfe von Robotern das Risiko für einen übermäßigen Rückgang der Muskelmasse (Sarkopenie) reduzieren kann.

In der Studie wurden dafür die Daten von 168 Patienten mit Speiseröhrenkrebs analysiert, bei denen zwischen 2013 und 2020 die Speiseröhre am Uniklinikum Dresden operativ entfernt wurde. Bei der Hälfte wurde eine offene Operation durchgeführt, beim anderen Teil eine minimalinvasive mit Roboterunterstützung. Dabei zeigte sich bei letzterer Methode eine deutliche geringere Tendenz zu Sarkopenie.

31.01.2023, 15:11 Uhr | Brustkrebs-Patientinnen mit 70 werden deutlich seltener bestrahlt als mit 69

Bei der Behandlung von Brustkrebs macht der Alterssprung von 69 zu 70 offenbar einen sehr großen Unterschied. Wie eine US-Studie anhand der Daten von 500.000 Patientinnen ergeben hat, ist es für Frauen im Alter von 69 Jahren 53 Prozent mal so wahrscheinlich, eine post-operative Bestrahlung empfohlen zu bekommen als mit 70. Dabei war es 39 Prozent mal so wahrscheinlich, die Bestrahlung auch zu erhalten.

Ähnliche Unterschiede, etwa zwischen 68 und 69 oder 70 und 71 Jahren, fanden die Forschenden dabei nicht. "Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die kognitive Heuristik, also 'Faustregeln', bei den Entscheidungen von Medizinern eine deutlich höhere Rolle spielen als bisher angenommen", erklärt die Studienautorin Suzanne B. Evans.

Entgegen den Empfehlungen für eine schrittweise Abnahme von bestimmten Behandlungen mit steigendem Lebensalter, scheine es einen starken Rückgang dieser beim Übergang von 69 zu 70 Jahren zu geben, so die Forschenden. Sie fordern, dass Ärzte in Zukunft bei der Entscheidung über medizinische Maßnahmen stärker die Umstände bei der jeweiligen Patientin im Blick haben, als sie lediglich als "älter" oder "jünger" einzuordnen.

31.01.2023, 15:11 Uhr | Rembrandts Nachtwache: Außergewöhnliche Bleiverbindung entdeckt

Bei einem umfangreichen Forschungsprojekt am Gemälde Die Nachtwache von Rembrandt van Rijn haben Experten eine Blei-Verbindung entdeckt, die zuvor noch nie in historischen Ölbildern gefunden wurde. Dabei handelt es sich um Bleiformiat, das Bleisalz der Ameisensäure. Mit Plumbonacrit fanden die Forschenden zudem eine weitere seltene Bleiverbindung.

Die Ergebnisse der Studie geben neue Hinweise auf die Malpraktiken Rembrandts. So wurde für die Farbe offenbar ein Öltrocknungsmittel durch Erhitzen von Leinöl, dem gängigsten Bindemittel für Farben zu der Zeit, mit Bleioxid hergestellt. Das Forscherteam will nun Entstehung von Bleiformiaten und deren Stabilität in Ölfarben Bleiformiat untersuchen.

31.01.2023, 12:39 Uhr | Schwere Depression vor den Tagen: Botenstoff Serotonin verantwortlich

Die schwere Form des prämenstruellen Syndroms, die sogenannte prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) hängt damit zusammen, dass der Transport des Botenstoffs Serotonin im Gehirn kurz vor der Menstruation erhöht ist. Zu diesem Ergebnis sind Forschende der Uniklinik Leipzig gekommen, die insgesamt 59 Studienteilnehmerinnen über mehrere monatliche Zyklen hinweg untersucht hatten.

Dabei zeigte sich, dass vor der Menstruationsblutung die Serotonin-Transporter-Dichte im Gehirn erhöht ist, was zu einer Abnahme dieses Botenstoffs im Gehirn führt. Dieser Verlust kann dann Symptome wie Schlafstörungen, Depressionen, Kontrollverlust oder Reizbarkeit auslösen. Bisher dachte man, dass der Serotonin-Transporter ein individuelles Merkmal sei, das sich in der kurzen Zeitspanne von zwei Wochen nicht verändert – insofern sei der Leipziger Befund überraschend.

An die Erkenntnis könne man nun auch in der Therapie der Symptome von PMDS anknüpfen. So müssten die Patientinnen gezielt über nur wenige Tage Antidepressiva nehmen, die einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer als Wirkstoff enthalten. Dazu ließe sich auch mit dem Essverhalten prinzipiell der Serotoninspiegel beeinflussen, erklärt die Studienautorin Julia Sacher: "Vorläufer-Substanzen von Serotonin, wie z.B. Tryptophan finden sich beispielsweise in Käse, Geflügel, Soja-Bohnen, Tofu, Nüssen und dunkler Schokolade." Ebenfalls einen positiven Effekt können Tageslichtlampen haben, gerade im Winter.

31.01.2023, 11:31 Uhr | Säugetierkot statt Insekten - wie fleischfressende Pflanzen ihre Ernährung umstellen

Die Kannenpflanze Nepenthes, die sich normalerweise von Insekten ernährt, kann mit ihren Fangfallen auch den Kot von Säugetieren aufnehmen und sich dadurch sogar besser mit Nährstoffen versorgen. Diese interessante Entdeckung machte ein Forschungsteam mit Beteiligung der Uni Bayreuth im malaysischen Teil der Insel Borneo. "Aus Fangfallen sind Kloschüsseln geworden. Diese Funktionsänderung ist ein überraschendes Beispiel dafür, dass Pflanzen in der Lage sind, ihre Ernährung kreativ anzupassen", sagte Prof. Gerhard Gebauer von der Uni Bayreuth.

Die Experten nutzten für ihre Studie die sogenannte Isotopen-Biogeochemie, bei der die Anteile von bestimmten Isotopen in den Pflanzen untersucht werden – also die Atomkerne eines Elements mit gleicher Protonenzahl, aber unterschiedlicher Anzahl von Neutronen. In diesem Fall ging es um das Stickstoff-Isotop 15N, das als eindeutiger Indikator für eine verbesserte Versorgung mit Stickstoff gilt. In der Analyse zeigte sich, dass die fleischfressenden Pflanzen, die ihre Ernährung auf tierische Exkremente umgestellt hatten, einen doppelt so hohen 15N-Anteil hatten als jene, die am Insektenfang festhielten. Deutlich erhöht war der 15N-Anteil auch im Vergleich zu „vegetarischen“ Pflanzen.

31.01.2023, 10:15 Uhr | Post-Covid: Risiko für Autoimmunerkrankungen steigt

Menschen, die eine Covid-19-Infektion überstanden haben, leiden danach mit höherer Wahrscheinlichkeit an einer Autoimmunkrankheit. Das haben Dresdner Forschende anhand von Abrechnungsdaten der Jahre 2019 bis 2021 von 38,9 Millionen gesetzlich Versicherten herausgefunden. Demnach kamen bei an Covid-19 Erkrankten 15,05 Diagnosen auf 1.000 Versichertenjahre zusammen, während es bei Menschen ohne Sars-CoV-2-Infektion nur 10,55 Diagnosen waren

"In allen Alters- und Geschlechtsgruppen traten Autoimmunkrankheiten in der Zeit nach der Infektion signifikant häufiger auf", erklärt Prof. Jochen Schmitt vom Dresdner Uniklinikum. Als mögliche Ursache wird spekuliert, dass die durch Virusinfektionen wie Sars-CoV-2 verursachten Autoantikörper bei einem Teil der Infizierten eine Autoimmunerkrankung auslösen können. In künftigen Studien sollte der Fokus besonders auf der Quantifizierung der Krankheitslast dieser Erkrankungen liegen, so die Forschenden.

31.01.2023, 08:00 Uhr | Fischer und Delfine gemeinsam auf Fischfang

Eine besondere Form der Kooperation zwischen Menschen und Tieren hat ein internationales Forscherteam im brasilianischen Küstenort Laguna gefunden. Dort beobachten Fischer regelmäßig das Verhalten von Delfinen, um zu bemerken, wann sie am besten ihre Netze zum Fischen auswerfen sollen – wobei auch die Delfine davon profitieren, da sie so mehr Fische finden.

Diese Praxis wird bereits seit 140 Jahren in Laguna ausgeübt und gilt in der Stadt im südlichen Bundesstaat Santa Catarina als wichtiges kulturelles Erbe. Mithilfe von Drohnen und Unterwasserkameras konnten die Forschenden beweisen, dass mit dieser traditionellen Technik tatsächlich Fischer und Delfine mehr Fische entdecken. Bei den Delfinen konnten die Experten eine um 13 Prozent erhöhte Überlebensrate ermitteln für die Tiere, die mit den Menschen zusammenarbeiten.

Weltweit gibt es nur wenige ähnliche Fälle von Kooperationen zwischen Menschen und Tieren, die zudem oftmals langsam in Vergessenheit geraten. In Brasilien wird daher überlegt, die besondere Praxis des Fischens in Laguna, die bisher über viele Generationen weitergegeben werden konnte, als kulturelles Erbe schützen zu lassen.

Delfine im Wasser. 1 min
Bildrechte: Current Biology Sorensen et al
1 min

In einer speziellen Lagune wurde getestet, wie Delfine auf Lärm reagieren.

Do 12.01.2023 11:46Uhr 00:28 min

https://www.mdr.de/wissen/delfine-laerm-unterwasser100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

30.01.2023, 17:01 Uhr | Großteil der Flugemissionen wäre vermeidbar

61 Prozent der Emissionen im Flugverkehr könnten durch eine veränderte Nachfrage beispielsweise hin zu mehr Zugverkehr und 27 Prozent durch eine verbesserte Energieeffizienz vermieden werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, bei der untersucht wurde, welche Veränderungen nötig sind, um für die Luftfahrt das Ziel von Netto-Null-Emissionen möglichst bis zum Jahr 2050 zu erreichen.

Die Forschenden untersuchten dafür beispielsweise das künftige Flugaufkommen, die Energie- und Kohlenstoffintensität der genutzten Treibstoffe und das grundsätzliche Potential von alternativen nicht-fossilen Treibstoffen. Dazu wurde ermittelt, in welchen Umfang der Einsatz von negativen Emissionstechnologien wie CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) erforderlich sein wird, um nicht vermeidbare Emissionen zu kompensieren. Dabei wird es unumgänglich sein, im großem Maßstab Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entnehmen, um etwa die unvermeidlichen Emissionen von Wasserdampf, der ebenfalls als Treibhausgas wirken kann, aus dem Flugverkehr zu kompensieren.

Der letzte Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC hatte zudem ergeben, dass es in Zukunft nicht ausreichen wird, modernere, effizientere und leichtere Flugzeuge zu entwickeln. Dazu müssten auch Langstreckenflüge möglichst vermieden und Kurzstreckenflüge durch den Ausbau des Zugverkehrs überflüssig gemacht werden - allein dies könnte bis zu 40 Prozent der Emissionen einsparen, die aus dem Luftverkehr stammen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Das Geheimnis der Vögel | 10. Oktober 2021 | 22:00 Uhr

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