Junge Frau geht mit Pflanze und Rollgepäck an einem sonnigen Tag spazieren
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WISSENS-NEWS Warnung: Keine Pflanzen aus Urlaubsländern mitbringen

26. Juni 2024, 08:20 Uhr

Pflanzen und Pflanzenteile aus anderen Ländern können für unsere heimische Land- und Forstwirtschaft großen Schaden bedeuten. Das Julius Kühn-Institut rät davon ab, pflanzliche Souvenirs aus dem Urlaub mitzubringen.

Das Julius Kühn-Istitut (JKI) warnt Reisende davor, Pflanzen und Pflanzenteile aus Ländern außerhalb der EU als Urlaubssouvenir mitzubringen. Ableger, Zapfen, Äste, aber auch frisches Obst als Reiseproviant bergen die Gefahr unbemerkt Insekten, Pilze oder Bakterien in die EU einzuführen. So können in Hölzern Käferlarven mitreisen und Viren in den Blättern exotischer Zierpflanzen schlummern.

Eine Pflanze in der Natur 10 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Umschau Di 07.05.2024 20:15Uhr 10:02 min

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Laut JKI können neue Schaderreger ohne natürliche Gegenspieler enorme Schäden in Land- und Forstwirtschaft verursachen, die Ernährungssicherheit gefährden sowie die Biodiversität und empfindliche Ökosysteme beeinträchtigen. Aber auch innerhalb der EU sollte auf pflanzliche Mitbringsel aus dem Urlaub verzichtet werden. So können zum Beispiel Mandelbäume aus Mallorca mit dem Bakterium Xylella fastidiosa befallen sein – dieses infiziert neben Mandel, Weinrebe, Olive, Kirsche und Pflaume auch zahlreiche Zierpflanzen (z. B. Oleander) oder Laubbäume wie Ahorn, Eiche, Platane und Ulme.

Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, eine pflanzliche Urlaubserinnerung in den eigenen Garten zu pflanzen, sollte sich vorher beim Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes über die Bestimmungen informieren und Pflanzen nur bei seriösen Pflanzenhändlern kaufen, die Auskunft darüber geben können, wie sie die Pflanzengesundheit sicherstellen und ein Pflanzengesundheitszeugnis mitliefern.

jes/pm

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 07. Mai 2024 | 20:15 Uhr

4 Kommentare

MDR-Team vor 3 Wochen

Hallo part,

es stimmt, dass durch den Import von Naturstoffen invasive Arten „eingeschleppt“ wurden und werden. Deshalb gibt es strenge Vorschriften und Kontrollen, um dieses Risiko zu minimieren.

Die Bestrahlung von Obst und Gemüse ist eine Methode, um deren Haltbarkeit zu verlängern und das Risiko der Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen zu reduzieren. Diese Methode ist wissenschaftlich überprüft und wird streng reguliert.

Saharastaub in unseren Niederschlägen ist ein natürliches Phänomen. Während er einige Auswirkungen auf die Umwelt hat, unterscheidet er sich stark von der gezielten Einführung von Pflanzen oder Schädlingen durch menschliche Aktivitäten.

Der kommerzielle Import von Pflanzen unterliegt strengen Kontrollen, die von nationalen und internationalen Pflanzenschutzorganisationen überwacht werden. Natürlich können Fehler passieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Kontrollen und Maßnahmen insgesamt unwirksam sind.

- Das MDR WISSEN Team

part vor 3 Wochen

Leider wurde schon zu viel invasive Arten durch den Import von Naturstoffen eingeschleppt. Bei Ost und Gemüse ist dies zumeist weniger problematischen, es wird ja ausreichend radioaktiv bestrahlt und hält sich dann ewig in den Regalen. Der Saharastaub in unseren Niederschlägen dürfte auch nicht ganz unproblematisch sein. Ob der kommerzielle Import von Pflanzen der genauen Kontrolle unterliegt, wage ich zu bezweifeln. In einem Gartenmarkt in Erfurt gibt es Kräutertöpfchen mit ausreichend Blattläusen zu kaufen.

MDR-Team vor 3 Wochen

Hallo Uborner,

zwar werden viele Pflanzen und Pflanzenteile importiert, jedoch gibt es dabei wichtige Unterschiede: Kontrollierte Verfahren (Der kommerzielle Import von Pflanzen und Pflanzenteilen unterliegt strengen Kontrollen und phytosanitären Maßnahmen.) und Privatimporte (ohne Kontrollen).

Es stimmt, dass Insekten und Tiere auf natürliche Weise wandern oder durch andere Tiere eingeschleppt werden können. Diese Prozesse sind aber oft langsamer und bieten Zeit für das betroffene Ökosystem, sich anzupassen oder Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Der menschliche Transport von Pflanzen kann diese Prozesse erheblich beschleunigen und das Risiko erhöhen, dass neue, invasive Arten eingeschleppt werden, bevor entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Es geht nicht darum, den "einfachen Bürger" anzugreifen, sondern um präventive Maßnahmen zum Schutz unserer Ökosysteme.

Und wir möchten bitte von Beleidigungen und Anschuldigungen hier in den Kommentaren absehen. Danke!

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