Nüsse knacken mit Köpfchen Bergakademie Freiberg untersucht Nussknackstrategien

Die Weihnachtszeit - das ist die Zeit, in der der Glühwein auf dem Tisch steht, daneben die Plätzchen und die Nüsse. Und natürlich darf auch der Nussknacker nicht fehlen. Entweder als Schmuck oder als echtes Instrument, um die Nüsse zu knacken. An der Bergakademie-Freiberg gibt es dazu in der Weihnachtszeit eine spezielle Vorlesung, die den Nussknacker aus technischer Sicht betrachtet. Karsten Möbius hat zugehört.

Nüsse liegen in einer herzförmigen Holzschale, daneben liegt ein Nussknacker
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Zur Weihnachtszeit lässt sich Prof. Matthias Kröger immer etwas Besonders einfallen. Der Chef des Instituts für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung hält regelmäßig Vorlesungen über Nussknacker. Die haben es dem Techniker besonders angetan, denn es gibt unzählige sehr raffinierte Methoden, die Schale einer Nuss zu sprengen. Die wenigsten sind uns geläufig.

Es gibt Nussknacker, wo man eine Feder lang zieht und dann schlägt ein kleiner Stößel auf die Nuss und zersprengt sie. Bei anderen zieht man ein Gummiband lang und dann fliegt die Nuss mit Schwung gegen eine Platte, die man in der Hand hat und zerschellt da daran.

Diese Lösungen sind zwar höchst kurzweilig, aber für den Techniker extrem unbefriedigend, weil sie nicht perfekt sind. Oft sind die Schalen und auch Teile des Innenlebens der Nüsse Matsch und man muss alles mühsam auseinander sortieren. Deshalb findet Prof. Kröger diese Lösung für große runde Walnüsse schon besser und eleganter: einen Nussknacker in Herzform. Man steckt ihn einfach in den Spalt der Nuss, dreht das Herz ein bisschen und schon öffnet nicht die Nuss. Sauber, unverletzt und mit viel weniger Kraft.

Das sind eigentlich die Ideen, die ein Ingenieur braucht. Also nicht eine komplizierte Maschine erfinden, sondern eine Maschine, die möglichst einfach ist.

Aber auch die zwei Nusshälften sind für den Ingenieur noch nicht noch nicht das letzte Wort. Er arbeitet an dem idealen Nussknacker für Walnüsse. Sein ehrgeiziges Ziel: Der gesamte Nusskern soll heil bleiben. Wie weit er mit der Lösung ist, das wollte Matthias Kröger noch nicht verraten. Dafür stellt er ein zweites interessantes Nussprojekt in Aussicht: Die Mission "Macadamia":

Wenn man eine Macadamia-Nuss hier zu kaufen bekommt, hat irgendjemand schon einen Schlitz in die Schale hinein geschnitten, so dass man sie sehr einfach öffnen kann. Wenn man die aber im Original in der Hand hat, sind die kaum zu knacken.

Aus dieser Herausforderung ist ein internationales Projekt geworden. Ein Kollege der Bergakademie ist gerade dienstlich in Kenia, dort wo die Macadamianüsse wachsen, erzählt Kröger. Ihm hat er diese Aufgabe mit auf den Weg gegeben.

Aber: sind alle leckeren Kerne mit harter Schale wirklich Nüsse?