Müll im Meer OceanCleanup: Funktioniert noch nicht wie geplant

Seit September 2018 ist die Plastikmüll-Falle von "Ocean Cleanup" auf hoher See. Wie ist der Stand der Dinge, holt die große Plastikfalle inzwischen wie geplant?

Ein Fischerboot.
Bildrechte: The Ocean Cleanup

Seit September 2018 ist die Plastikmüll-Falle von "Ocean Cleanup" auf hoher See und will Müll aus dem Meer sammeln - theoretisch. Funktioniert die große Plastikfalle, die von San Franzisco aus in den Pazifik gezogen worden war, inzwischen tatsächlich wie erhofft? Boyan Slat, der junge Niederländer, der hinter dem ehrgeizigen Projekt steckt, schreibt auf seiner Internetseite nach den ersten Wochen, dass der Plastikmüll, der dem 600 Meter langen, U-förmigen Plastikrohr mit seinen unterirdischen "Schürzen" in die Falle geht, es auch wieder verlässt:

Wir arbeiten daran, die Gründe dafür herauszufinden und sie zu beheben.

Boyan Slat, Gründer von Ocean Cleanup

Techniker Arjen Tjallema erklärt in einem Video, wie die Fehlersuche vonstatten geht: GPS-Drifter analysieren im Wasser Strömungen und Verhalten des Plastikmüll darin, Drohnenkameras liefern von oben Bildmaterial, wie Wind und Wellen auf das Sammelsystem einwirken. Sowohl die Weite des U-förmigen-Rohrs mit seinen unterirdischen "Schürzen" als auch seine Drift-Geschwindigkeit wurden anhand dieser Analysen angepasst. Beides bislang ohne den erwünschten Erfolg, wie Slat und sein Team auf ihrer Timeline Mitte Dezember vermerken. Keine wirkliche Überraschung - ihr Zeitplan geht angesichts des nie zuvor erprobten Systems ohnehin davon aus, dass es noch etwa bis 2020 dauert, bis die "Falle" so eingestellt ist, dass sie funktioniert.

Wer ist Boyan Slat und was will er?

Der junge Niederländer Boyan Slat will bis 2050 die Weltmeere vom Plastikmüll befreien. Ein Video, in dem er für seine Idee warb, sorgte in den Medien und auf User-Plattformen für viele Schlagzeilen und brachte dem jungen Mann das nötige Startkapital für das ehrgeizige Mammutprojekt zusammen. Skeptiker bemängeln an Slats Plan, dass nur großer Plastikmüll eingesammelt wird. Das Mikroplastik dagegen verfange sich nicht in der Falle, sondern schwimme kaum sichtbar in den Ozeanen und werde von Fischen, Krebsen und Meeressäugern mit Plankton verwechselt. Andere bemängeln den grundsätzlichen Ansatz des Projekts, das ein weltweites Problem nicht lösen wird: nämlich die Tatsache, dass überhaupt Plastikmüll in die Meere gelangt.

Mann vor Rohrleitung
Bildrechte: OceanCleanup

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 26. November 2018 | 10:55 Uhr