Professor Michael Tchirikov, Direktor der halleschen Universitäts- und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Zentrum für Fetalchirurige
Bildrechte: MDR

Fetalchirurgie in Halle Operation im Mutterleib

In Deutschland gibt es nur eine Handvoll Ärzte, die Babys im Mutterleib operieren. Einer von ihnen arbeitet am Uniklinikum Halle - Prof. Michael Tchirikov.

Professor Michael Tchirikov, Direktor der halleschen Universitäts- und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Zentrum für Fetalchirurige
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Eine Routineuntersuchung in der 28. Schwangerschaftswoche brachte die erschreckende Diagnose. Baby Florians Lungen waren unterentwickelt. Das Lungenvolumen nicht einmal zehn Prozent. Noch vor ein paar Jahren wäre das wie ein Todesurteil gewesen. Doch mittlerweile gibt es in Deutschland Mediziner, die Babys bereits im Mutterleib operieren. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Michael Tchirikov, der seit fünf Jahren an der Uniklinik in Halle auf diese Weise Leben rettet.

Fetalchirurgie, so heißt dieses Fachgebiet, wird erst seit einigen Jahren in Deutschland  eingesetzt. Allein 150 Föten müssen wegen Löchern im Zwerchfell jedes Jahr operiert werden, um die Lungen zu stabilisieren – wie bei Florian. Prof. Tchirikov hat dafür eine besondere Technik entwickelt, für die er in diesem Jahr ein US-Patent erhalten hat. Auch Ärzte an den Unikliniken in München, Hamburg, Gießen, Bonn und Heidelberg operieren ungeborene Kinder. Die Fetalchirurgen behandeln neben Lungen auch Herzfehler, freiliegendes Rückenmark, verengte Harnröhren oder Lungentumore.

Über dieses Thema berichtete das MDR Fernsehen: LexiTV | 14.12.2016 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 13:13 Uhr