Parker Solar Probe NASA Sonnen-Sonde gestartet

Parker Solar Probe ist gestartet. Mit einem Tag Verzögerung ging die NASA Sonde am 12. August 2018 auf ihren Weg Richtung Sonne. Jetztb ist sie unterwegs zu einer so bisher noch nicht dagewesenen Mission. Ihr Ziel: die Atmosphäre der Sonne.

Die Delta IV Heavy Rakete mit Parker Solar Probe auf dem Weg zur Startrampe.
Bildrechte: NASA/Kim Shiflett

Geplant ist, dass sie dem glühenden Feuerball so nahe kommen wird, wie noch keine Raumsonde vor ihr. Bis auf 6,2 Millionen Kilometer wird sich die rund 700 Kilogramm schwere "Parker Solar Probe" mit Unterstützung einer DELTA IV Heavy – Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida aus an die Sonne herantasten. Nach dem Start Richtung Sonne wird sie auf ihrer Flugbahn von der Schwerkraft der Venus unterstützt.   

Frühere Missionen, wie die deutsch-amerikanischen Sonden "HELIOS 1" und "HELIOS 2", näherten sich in den 1970er-Jahren der Sonne nur auf eine Distanz von etwa 45 Millionen Kilometer an. Zum Vergleich: die Erde ist ungefähr 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

Es ist ein Raumschiff, vollgeladen mit technologischen Neuerungen, die viele der größten Mysterien um unseren Stern herum lüften werden – zum Beispiel, warum der Strahlenkranz um die Sonne herum heißer ist, als ihre Oberfläche.

Nicola Fox, NASA - Projektleiterin

"Parker Solar Probe" wird die Sonne in elliptischen Bahnen mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 km pro Sekunde umrunden und dabei praktisch in die Atmosphäre der Sonne eintauchen. Vor den dort herrschenden Extremtemperaturen wird die Sonde von einem 12 cm starken Karbon-Hitzeschild geschützt, der die dort auftreffendenTemperaturen von um die 1.370 Grad Celsius von den empfindlichen Instrumenten abhalten wird.

Ziel der Mission ist es u.a. herauszufinden, warum die äußere Schicht der Sonnenatmosphäre mit mehreren Millionen Grad Celsius um ein Vielfaches heißer ist als die Sonnenoberfläche mit etwa 5.000 Grad Celsius.

Dafür werden mit speziellen Instrumenten Untersuchungen und Messungen am extrem starken Magnetfeld der Sonne gemacht, um besser verstehen zu können, wie genau der Strom der elektrisch geladenen Teilchen, die immer wieder für explosive Ausbrüche in der Sonne sorgen, verläuft. Auch der physikalische Mechanismus, wie diese Teilchen in den "Sonnenstürmen" ihre extremen Geschwindigkeiten erreichen, interessiert die NASA-Forscher. Sie versprechen sich von der Auswertung der Messergebnisse unter anderem bessere Wetterprognosen.

'Parker Solar Probe' wird Fragen über die Solarphysik beantworten, die uns seit mehr als sechs Jahrzehnten umtreiben.

Nicola Fox, NASA Projektleiterin

Bis 2025 soll die Mission laufen. Und bereits drei Monate nach dem Start von "Parker Solar Probe" wird sich der "Solar Orbiter" der europäischen Raumfahrtagentur ESA mit einer eigenen Mission ebenfalls auf den Weg zur Sonne machen.

Benannt ist die Sonde übrigen erstmals nach einem lebenden Wissenschaftler, dem Astrophysiker und emeritierten Professor der University of Chicago, Eugene Parker (91).

Die Sonde fliegt in eine Gegend des Weltalls, die wir noch nie erkundet haben. Es ist sehr aufregend, dass wir da endlich hinschauen können. Ich hätte gerne detailliertere Messungen der Sonnenwinde. Ich bin mir sicher, es wird einige Überraschungen geben. Die gibt es immer.

Eugen Parker, Astrophysiker

Sonnenfinsternis mit Protuberanzen
Vorgänge, die sich in der Atmosphäre der Sonne abspielen, besser zu vestehen, ist das Ziel der Mission von "Parker Solar Probe". Bildrechte: NASA



Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | 13. August 2018 | 18:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2018, 15:47 Uhr