Aphrodisiaka Die wahren Pflanzen der Liebe

Seit Jahrhunderten nutzen Menschen überall auf der Welt Pflanzen, um ihre Libido zu steigern. Es gibt zahlreiche Legenden über luststeigernde, aphrodisierende Nahrungsmittel. Doch taugt die Natur tatsächlich zum Potenzmittel? Die Forschung hat gezeigt, dass die meisten Pflanzen nur mit dem festen Glauben daran zum Aphrodisiakum werden – ein paar allerdings verbessern wohl tatsächlich die Sexualfunktionen bei Mann und Frau.

Kräuter
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Ob Ingwer oder Kaffee, verschiedenste Gewürze, Nüsse oder auch Schokolade: Ihnen allen wird im Volksmund eines zugeschrieben: Sie sollen die Lust steigern, die Libido fördern – und das ganz ohne Nebenwirkungen. Ohne, dass die Wirkung detailliert wissenschaftlich nachgewiesen gewesen wäre, verkauften sich Tinkturen und Pülverchen aus vermeintlichen Pflanzen der Liebe über Jahrhunderte hervorragend.

Doch stimmt es, dass die Natur wirklich zur Steigerung des sexuellen Verlangens beitragen kann? Ernährungswissenschaftler aus Kanada haben eine Vielzahl wissenschaftlicher Artikel und Forschungsergebnisse ausgewertet und verfassten dazu einen Literaturreview, der auch in der Fachzeitschrift “Food Research International“ veröffentlicht wurde. Das Ergebnis: Viele Pflanzen und Wirkstoffe, die als luststeigernd gelten, haben keine nachweisbare Wirkung – so etwa auch Knoblauch, Ingwer oder Muskat. Doch ein paar Pflanzen, die mehr Lust auf Sex machen, gibt es tatsächlich.

Muira Puama – das Potenzholz

Der von den Indios Muira Puama genannte Baum aus dem nördlichen Südamerika heißt hierzulande auch Potenzbaum. Und tatsächlich lässt sich mit dem daraus gewonnenen Potenzholz sehr wahrscheinlich das sexuelle Verlangen bei Frauen steigern. Probandinnen berichteten davon, dass sie nach der Einnahme leichter und intensiver zum Orgasmus gekommen seien. Bei Männern zeigte eine Studie, dass Tabletten mit einer Mischung aus Muira Puama und Ginseng unter anderem die Erektionsfähigkeit verbesserten.

Ginseng – die Lustknolle

Asiatischer Ginseng soll die Produktion von Sexualhormonen steigern und für eine bessere Durchblutung der Geschlechtsorgane sorgen. Das stützt auch eine klinische Studie aus dem Jahr 2010. Die zeigte, dass Ginseng bei Männern bei Erektionsstörungen half und bei Frauen die Libido steigerte. Auch an Mäusen ist eine luststeigernde Wirkung nachgewiesen worden. Insgesamt ist die Studienlage zum Menschen jedoch dünn. Die Ginsengwurzel enthält Substanzen, die in der Pharmazie genutzt werden: als Aphrodisiakum, Kraftspender und zur Stärkung der Abwehr und zur Minderung der Blutgerinnung.

Yohimbin – der afrikanische Baum der Liebe

Yohimbin ist ein Extrakt aus der Rinde und den Blättern des westafrikanischen Yohimbe-Baums. Er steigert die Lust bei Mann und Frau. Genau betrachtet, fördert es die Durchblutung und damit auch die Erregbarkeit der Leistengegend. Deshalb wird Yohimbin auch therapeutisch bei Erektionsstörungen eingesetzt. Es kann allerdings auch zu Schwindel, Herzjagen und Schweißausbrüchen führen.

Safran – heißes Gewürz

Das Gewürz Safran bekommt von den Ernährungswissenschaftlern ebenfalls gute Noten: So habe eine Studie belegt, dass Männer mit Erektionsproblemen nach der Einnahme von Safran-Tabletten über mehrere Tage tatsächlich Verbesserungen erzielt hätten. Safran stammt aus einer gleichnamigen Krokusart. Das, was wir als Gewürz kennen, wird aus dem Inneren der Blüte, aus den Narben, gewonnen.

Über diese Thema berichtet LexiTV im Fernsehen | 26.01.2017 | 15:00

Über das Thema berichtet LexiTV am | 26.01.2017 | 15:00