Verhütung Pille in der Pubertät steigert Depressionsrisiko

Risiken und Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille: Jugendliche Mädchen, die mit Pille verhüten, werden als Erwachsene schneller depressiv. Eine neue Studie zeigt: Bei ihnen ist das Depressionsrisiko bis zu drei Mal so hoch.

von Clemens Haug

Anti-Babypille in Blisterpackung
Während der Pubertät die Anti-Baby-Pille zu nehmen, steigert das Depressionsrisiko. (Archivbild) Bildrechte: imago images / Michael Weber

Frauen, die während ihrer Pubertät regelmäßig eine Anti-Baby-Pille genommen haben, können als Erwachsene deutlich leichter an Depressionen erkranken. Eine neue Studie im "Journal of Child Psychology and Psychiatry" zeigt, dass ihr Depressionsrisiko zwischen 1,7- und 3-Mal so hoch ist, wie bei Frauen, die die Pille erst als Erwachsene nahmen.

Risiko lebenslang erhöht

Das Team um die Psychologin Christine Andel von der westkanadischen Universität von British Columbia untersuchte Daten aus einer repräsentativen Studie mit 1.236 Frauen aus den USA. Dabei prüften die Wissenschaftlerinnen verschiedene Faktoren, die den Zusammenhang zwischen Pille und Depression erklären könnten. Dazu gehörten die Zeitpunkte der ersten Periode und des ersten Geschlechtsverkehrs genau wie die aktuelle Nutzung von Verhütungsmitteln.

"Unsere Daten zeigen, dass die Anti-Baby-Pille während der Pubertät einen anhaltenden Effekt auf das Depressionsrisiko von Frauen hat. Sie können sogar noch viele Jahre nachdem sie die Medikamente abgesetzt haben, an Depressionen erkranken", sagt Andel.

Veränderungen im Gehirn

Die Forscherin und ihre Kollegen sehen einen Zusammenhang zu Ergebnissen vorangegangener Studien. Die Pubertät sei eine entscheidende Phase für die Entwicklung des Gehirns. Die Manipulation von Sexualhormonen in dieser Zeit könne späteres Verhalten irreversibel beeinflussen.

Die Wissenschaftlerinnen betonen allerdings auch, dass es für die Frauengesundheit weltweit extrem wichtig ist, Frauen jeden Alters Zugang zu effektiven Verhütungsmitteln zu bieten. Die Forscherinnen bereiten derzeit eine weitere Studie vor, die die Folgen hormoneller Veränderungen während der Pubertät auf die Gefühle, sozialen Beziehungen und die psychische Gesundheit von Teenagerinnen untersuchen soll.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 23. Januar 2019 | 06:26 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2019, 10:12 Uhr