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Meine Challenge

Mit Spenden Menschen helfen und Corona bekämpfen

von Clemens Haug

Stand: 10. Dezember 2020, 15:08 Uhr

Mit einer Spende anderen Menschen helfen, geht nicht nur mit Geld. Gerade in der Corona-Krise sind Blut- und andere Körperspenden besonders wertvoll. Dabei kann man auch ganz direkt im Kampf gegen die Pandemie helfen.

In der Adventszeit denken viele an ihre Mitmenschen und besonders diejenigen, denen es nicht so gut geht. Deshalb ist der Dezember traditionell der wichtigste Monat für wohltätige Organisationen, die jetzt um Spenden werben. Doch man kann nicht nur mit Geld helfen. Gerade in der Corona-Zeit benötigen Krankenhäuser und Ärzte dringend ganz neue Blut- und Blutplasmaspender. Ein Überblick über die wichtigsten Spendemöglichkeiten.

Die Vollblutspende

Viele Blutspender sind ältere Menschen. Weil viele den Empfehlungen zum Schutz vor der Pandemie gefolgt sind und ihre Kontakte reduziert haben, sind sie nicht zum Blutspenden gegangen. Im Sommer wurden daraufhin die Blutkonserven bereits knapp. Die Blutspendedienste werben deshalb dringend um neue Spender. Wer Blut spendet, wird im Gegenzug auf viele Infektionen getestet, von HIV über Hepatitis bis hin zum West-Nil-Virus, welches sich in den Sommermonaten gerade auch in Mitteldeutschland ausbreitet. Zudem ist Blutspenden gesund, weil der Blutdruck gesenkt und auch Cholesterin ausgeschwemmt wird.

Grundsätzlich kann jeder Blut spenden, der zwischen 18 und 55 Jahre alt ist und mindestens 50 Kilogramm wiegt. Zwischen zwei Blutspenden sollten laut dem Deutschen Roten Kreuz mindestens 56 Tage liegen. Frauen dürfen vier Mal pro Jahr, Männer sechs Mal pro Jahr Blut spenden. Folgende Voraussetzungen müssen u.a. erfüllt sein:

Blutplasma

Für Blutplasma gelten die gleichen Grundvoraussetzungen wie für die Vollblutspende, mit einem Unterschied: Da die Plasmaspende deutlich weniger belastend für den Körper ist, können Spender bis zu zwei Mal pro Woche Plasma spenden. Als Blutplasma werden die flüssigen Anteile des Bluts ohne die weißen und roten Blutkörperchen bezeichnet. Das Plasma enthält jedoch die sogenannten Gerinnungsfaktoren, die für viele spezielle Medikamente gebraucht werden. Zudem enthält es mitunter auch Antikörper. Das macht in der aktuellen Pandemie das Plasma von Menschen, die Covid-19 überstanden haben, besonders wertvoll. Aus der Blutflüssigkeit können Antikörper-Medikamente gegen Corona hergestellt werden. Solche Präparate befinden sich aktuell in klinischen Tests, um herauszufinden, welchen Corona-Patienten damit geholfen werden kann.

Eine Plasmaspende liefert den Grundstoff für viele Medikamente, die nicht synthetisch hergestellt werden können. Bildrechte: Daniela Schmidt

Stammzellenspende

Stammzellen werden gebraucht, wenn jemand an Blutkrebs erkrankt. Dann produziert sein Körper Krebszellen statt Immunabwehr. Durch die Transplantation von Stammzellen kann sein Immunsystem neu aufgebaut werden. Dafür ist aber wichtig, dass die neuen Immunzellen, die ja den gespendeten Stammzellen entspringen, den Empfänger-Körper als den eigenen erkennen und die dazugehörenden Zellen nicht als fremde Zellen bekämpfen.

Deshalb benötigt jeder Empfänger einen genetisch stark ähnlichen Spender. Einige tausend Oberflächenmerkmale der Zellen müssen bei beiden Menschen übereinstimmen. Ziel von Spenderdateien ist deshalb, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, sich registrieren zu lassen. Grundsätzlich können alle gesunden Menschen zwischen 18 und 61 Jahren Stammzellenspender werden.

Von der Spende ausgeschlossen sind Schwangere, die bestimmte Antikörper gegen die Zellen ihres Kindes entwickeln. Und die Stammzellen von Frauen können nur an Frauen weitergegeben werden, weil sie Zellen mit den Y-Chromosomen der Männer als fremd erkennen und deshalb abstoßen.

Die Stammzellenspende selbst ist deutlich aufwändiger als die Blutspende. Kommt es, wie in 80 Prozent der Fälle, zu einer sogenannten peripheren Entnahme, muss der Spender einige Tage vor der Spende Medikamente nehmen, die die Stammzellen aus seinem Knochenmark in das Blut mobilisieren. Dann können sie am Tag der Spende selbst in einem mehrstündigen Verfahren aus dem Blut herausgefiltert werden. In etwa 20 Prozent aller Fälle ist eine Entnahme von Knochenmark notwendig. Dazu wird der Spender voll narkotisiert und operiert. Mehr Informationen dazu gibt es bei der DKMS.

Haarspende

Wer an Krebs leidet und beispielsweise aufgrund einer Chemotherapie seine Haare verliert, für den kann eine Perücke aus echten Haaren, die den eigenen möglichst ähnlich sind, eine große Unterstützung sein. Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe rufen daher zur Haarspende auf. Gesucht werden Zöpfe mit gesundem Haar von mindestens 25 Zentimetern Länge. Je länger und schwerer, desto besser. Alle Informationen dazu stellt die Seite Haare-spenden.de bereit.

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Die Organspende

Welche Organe und Gewebearten nach dem Tod gespendet werden können, haben wir in dieser interaktiven Grafik dargestellt.

Die Körperspende

Bevor ein Mensch stirbt, kann er seinen Körper einem anatomischen Institut vermachen. Die meisten Universitätskliniken suchen nach Körperspendern, weil sie die toten Körper benötigen, um Studierenden wichtige Zusammenhänge beizubringen. In der Regel nehmen die Körperspende-Stellen aber nur ältere Menschen in ihre Kartei auf, da es sonst viele Jahrzehnte dauern würde, bis ein Körper in die Anatomie kommt.

Außer dem Alter gibt es nur wenige Voraussetzungen, die sich von Institut zu Institut unterscheiden. Meist gehört dazu die geographische Nähe zur Uniklinik, da die Kliniken die Kosten für den Transport von Toten niedrig halten wollen. Im Gegenzug für die Spende übernehmen sie häufig die Kosten für die Bestattung.

Auch eine Körperspende kann Leben retten, betonen Anatomen gerne. Indem angehende Ärzte an toten Körpern lernen, operieren sie besser an den Lebenden.

Hier gibt es eine Liste der Anatomischen Institute in Deutschland, die meisten von ihnen nehmen Körperspenden an.

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Können Tote Leben retten? Was Körperspenden für die Medizin bedeuten

Teilnahme an Impfstoffversuchen

Wer als Versuchsperson an Impfstoff-Tests teilnimmt, riskiert zwar Nebenwirkungen, leistet aber einen großen Dienst für die Menschheit. Hier können Menschen mit Vorerkrankungen extrem hilfreich sein. Sie können in späteren Studienphasen, wenn Stoffe bereits erfolgreich an gesunden Menschen getestet wurden, Aufschluss darüber geben, ob durch einen Impfstoff gefährliche Wechselwirkungen bei bestimmten Krankheitsbildern auftreten.

Seit kurzem gibt es eine Datenbank des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, in die sich Menschen eintragen können, die sich vorstellen können, an Impfstoff-Versuchen teilzunehmen. Das Eintragen selbst ist unverbindlich. Abgefragt wird neben Vorerkrankungen auch die Bereitschaft, zu einem Studienzentrum zu reisen.

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