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Astronomen finden Radio-Signal im Sonnensystem HD 164595 SETI-Forscher glauben nicht an Herkules-Aliens

Ein internationales Astronomen-Team hat ein starkes Signal aus dem All aufgefangen. Aus 95 Lichtjahren Entfernung. Von einem Stern wie unserer Sonne. Doch die Alien-Experten von SETI zweifeln.

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Fernseh-Signal?

Die Nachricht klang verheißungsvoll: „Kandidat für ein außerirdischen Signal entdeckt“. Eric Korpela vom SETI-Projekt in Kalifornien, das seit Jahrzehnten nach solchen Signalen fahndet, war einer der Wissenschaftler, die diese Mail erhielten. Sie stammte von einem internationalen Wissenschaftlerteam, das am russischen Radio-Teleskop Ratan-600 bereits im Mai 2015 das Signal entdeckt hatte. Es war verheißungsvoll in mehrfacher Hinsicht. Die Frequenz des Signals lag bei rund 11 Gigahertz. Das ist ein Bereich, der nicht weit von unseren Fernsehsatelliten entfernt ist. Und in der Richtung des Signals liegt HD 164595, ein Stern ähnlich unserer Sonne, im Sternbild Herkules, 95 Lichtjahre entfernt, bei dem Astronomen bereits einen großen Gasplaneten nachweisen konnten.

Nur eine Messung

Warum war Korpela, der als Astrophysiker an der University of California arbeitet, trotzdem "nicht beeindruckt“, wie er in seinem Blog schreibt? Das lag vor allem daran, dass das mysteriöse Signal nur ein einziges Mal gemessen wurde. 39 Scans enthielt die Präsentation, die per Mail an SETI-Forscher weltweit ging. Und nur einer davon bestätigte das Signal. Das SETI-Projekt hat Millionen solcher Signale entdeckt, meint Korpela. "Aber für einen guten Kandidaten braucht man schon mehr.“

Unmengen an Energie

Was ebenfalls gegen die Theorie spricht, ist auch die unglaubliche Menge an Energie, die nötig wäre, so ein Signal zu senden. "Wurde das Signal gleichmäßig in alle Richtungen ausgesendet, waren dafür kolossale 10 hoch 20 Watt notwendig", so Seth Shostak, ebenfalls Astronom vom Seti-Institut in Kalifornien, in "New Scientist". "Das ist das Hundertfache der Gesamtenergie, die von der Sonne auf die Erde trifft." Es könnte genauso gut auch ein terrestrisches Störsigal gewesen sein.

Nochmal nachschauen

So skeptisch die SETI-Wissenschaftler auch waren, sie wollten selbst nachschauen. Am 28. August drehten sie die Antennen des "Allen Telescope Array" in Richtung Herkules. Das ist eine riesige Radiosternwarte rund 500 Kilometer nordöstlich von San Francisco. Die Astronomen John Richards und Gerry Harp fanden jedoch bisher keine neuen Signale. Allerdings will das SETI-Institute noch nicht aufgeben. Denn noch, so schreiben sie auf ihrer Homepage, sei nicht das ganze Frequenz-Spektrum ausgeschöpft.

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2017, 17:15 Uhr