Rettungskapsel
Die Rettungsrakete wird an die Sojus (hier TMA-4) angebracht. Gut erkennbar die Düsen. Bildrechte: NASA/Bill Ingalls

Raumfahrt Sojus-Fehlstart: So funktioniert die Rettung

Rettungskapsel
Die Rettungsrakete wird an die Sojus (hier TMA-4) angebracht. Gut erkennbar die Düsen. Bildrechte: NASA/Bill Ingalls

Um bei einem Fehlstart die Kosmonauten zu retten, ist die Sojus mit einer Rettungsrakete ausgestattet. Sie befindet sich ganz oben auf der Raketenspitze und ist erkennbar an den vier großen und vier kleinen Düsen. Das rund 60 Kilogramm schwere System wird von Feststoffraketen angetrieben. Sie werden im Notfall gezündet und bringen die Kapsel mit den Kosmonauten aus der Gefahrenzone – auf dem Startplatz oder unmittelbar nach dem Start.

Später wird die Rettungsrakete abgesprengt. Dann wird im Notfall erst das Raumschiff und dann die Landekapsel abgetrennt. So geschah es zum Beispiel beim Start der  Sojus 18-1 am 5. April 1975. Damals gab es Probleme beim Zünden der dritten Stufe, wodurch die Rakete rund fünf Minuten nach dem Start in 192 Kilometer Höhe in Schräglage geriet. Die Nottrennung klappte. Durch die Abtrennung und die Geschwindigkeit aus der Schräglage in Richtung Erde soll die Besatzung allerdings Beschleunigungskräften von über 20 g ausgesetzt worden sein.

Grafik
So funktioniert die Rettungsrakete auf dem Startplatz. Bildrechte: NASA/Heritage

Überlebenstraining

Auch die bie beiden Kosmonauten damals überlebten. Sie landeten im Nordwesten Chinas. Doch selbst für den Fall, dass die Kosmonauten nach der Notlandung nicht gleich gefunden werden, gibt es Prozeduren. Überlebenstraining – auch für Minus 20 Grad, wie dieses Video zeigt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 11. Oktober 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 17:01 Uhr