Roboter und Künstliche Intelligenz Roboter Robin hilft Kindern im Krankenhaus

Der Alltag in einer Klinik ist für Kinder eine besondere Herausforderung: In fremder Umgebung müssen sie sich oft langwierigen und schmerzhaften Behandlungen unterziehen. Können die Eltern nicht so oft zu Besuch kommen, wie in Zeiten der Pandemie, fällt ihnen all das besonders schwer. Im UCLA Mattel Hospital in Los Angeles sorgt ein freundlicher Roboter dafür, dass die kleinen Patienten ihre Sorgen zumindest eine Zeit lang vergessen können.

Kind im Krankenhaus
Behandlung im Krankenhaus - für Kinder eine riesige Herausforderung. Bildrechte: Colourbox.de

Klinikroboter "Robin" ist etwa 1,20 groß, so groß wie ein Kind im Alter von etwa fünf oder sechs Jahren. Aus seinem "Tablet-Gesicht" blicken große, freundliche Augen. Damit gewinnt er die Herzen der Kinder, wenn er auf die Stationen kommt und weckt ihre Neugier. Er sorgt für gute Laune, und das wiederum kann helfen, schneller gesund zu werden.

Mehr als nur ein Tablet

Grundsätzlich hilft den kleinen Patienten jede Ablenkung vom Klinikalltag, zum Beispiel auch, einen Film auf dem Tablet anzuschauen oder ein Spiel zu spielen. Aber Robin sorgt durch seine gesamte Erscheinung und die gezielte Kommunikation, die mit ihm möglich ist, besonders für Freude und Zuversicht. Er wird von Menschen gesteuert und kann damit bei seinen Besuchen genau das mit den Kindern "besprechen" oder spielerisch thematisieren, was sie im Moment am meisten bewegt: Wen sie besonders vermissen, was ihnen weh tut und wovor sie Angst haben.

Klinikroboter
Abends kann Klinikroboter Robin Sterne zaubern. Bildrechte: UCLA Health

Seit Juli 2020 ist Robin im UCLA Mattel Childrens Hospital in Los Angeles im Einsatz. Von Oktober 2020 bis 2021 haben Wissenschaftler der Einrichtung Patienten und deren Eltern während ihres Klinikaufenthaltes begleitet. Eine Gruppe wurde von Robin besucht, eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit einem einfachen Tablet. Anschließend wurden Kinder und Eltern dazu befragt, wie sie sich davor und danach gefühlt hatten.

Robin ist ein gern gesehener Gast

Dass die Interaktion mit dem kleinen Roboter guttut, darüber sind sich die Befragten einig: 90 Prozent der Eltern wünschen sich weitere Besuche von Robin. Bei den Familien hingegen, deren Kinder ein Tablet genutzt hatten, sahen nur 60 Prozent einen positiven Effekt.

Die kleinen Patienten selbst berichteten, dass sie sich nach Robins Besuch psychisch besser fühlten. Sie beschrieben sich vor allem als hoffnungsvoller, gemessen an einer Skala um 29 Prozent. Ihre negativen Gefühle wie zum Beispiel Angst und Sorgen hingegen nahmen um 33 Prozent ab. Diejenigen, die das Tablet genutzt hatten, beschrieben sogar, dass ihre positiven Gefühle um 43 Prozent abgenommen hatten, die negativen sanken wie bei Robin ebenfalls um 33 Prozent.

Warum tut der kleine Roboter Kindern gut?

Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Patienten zu Robin schnell Vertrauen fassten und Freude daran hatten, sich mit ihm auszutauschen. Sie konnten offener darüber sprechen, wie sie sich gerade fühlten. Die Forschenden bezeichneten die Interaktion sogar als Beginn einer neuen, vertrauensvollen Freundschaft. Aus Sicht von Justin Wagner, Kinderchirurg am UCLA Mattel Childrens Hospital, kann der Roboter also dazu beitragen, dass der Klinikaufenthalt für die Kinder weniger belastend ist. Das sei vor allem in Zeiten der Pandemie von Bedeutung.

Die Einschränkungen durch die Pandemie machen unsere Patienten noch ängstlicher und verletzlicher. Wir müssen so kreativ wie möglich sein, um ihnen alles zu erleichtern.

Justin Wagner, leitender Autor der Studie

Robin braucht kein 3 G

Durch Robin hätte das Personal in den Kliniken das Gefühl, sich besser um die Patienten kümmern zu können, so Wagner. Der Roboter könne zwar den zwischenmenschlichen Kontakt nicht ersetzen, aber dort ergänzen, wo Ärzten und Pflegern die Zeit fehlt. Außerdem ist Robin im Hinblick auf die Infektionskontrolle pflegeleicht: Er braucht weder einen Impfpass noch einen Test und er muss sich auch in keine Liste eintragen.

krm

1 Kommentar

Anni22 vor 5 Wochen

Als Ergänzung kann ein Robi ja ganz lustig sein, aber als Ersatz für echten Kontakt zu mitfühlenden Menschen doch eher nicht. Die Pfleger und Ärzte brauchen mehr Zeit für ihre kleinen (und großen) Patienten und Robi darf gerne auch mal vorbeischauen aber niemals er Menschenersatz!