Klimawandel Darum werden Städte zu Hitzeinseln

Städte sind Hitze-Inseln. Je größer, desto mehr heizen sie sich im Sommer auf. Wir erinnern uns noch lebhaft an das vergangene Jahr. Eine aktuelle Studie hat jetzt die Hauptursache für den Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land ausgemacht: In den Städten verdunstet weniger Wasser.

Vertrocknete Sonnenblume auf einem Feld 44 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unsere Städte sind wahre Hitze-Inseln. Das beeinträchtigt zunehmend die Luftqualität, sorgt für höheren Energieverbrauch durch Kühlung im Sommer und hat heftige gesundheitliche Auswirkungen. Denn die zunehmende Hitze und ihre Folgen sind eine der größten medizinischen Herausforderung des Jahrhunderts, sagen Ärzte.

Die Lösung scheint einfach

Was kann man dagegen tun? Eigentlich ist die Lösung ganz einfach: Man muss Wasser und Vegetation in die Städte bringen, sagt eine neue Studie aus den USA. Um damit die Hauptursache für den Temperatur-Unterschied zwischen Stadt und Land zu bekämpfen, denn in den Städten verdunstet weniger Wasser.

Bisher, so die Wissenschaftler von der Boston University (USA) um den Umweltforscher Dan Li, wurde der Wärme-Unterschied zwischen Stadt und Land so erklärt: Die Städte haben zu viele versiegelte Flächen, was Verdunstung hemmt, und die ländlichen Gebiete können Wärme schneller an die untere Atmosphäre abgeben.

Lebt noch jemand auf dem Land? 75 Prozent der Deutschen leben in Städten. Weltweit sind es 54 Prozent, so Zahlen der UNO (Stand 2015). Bis zum Jahr 2050 sollen es nach diesen Prognosen in Deutschland 84 Prozent sein. Stadtplaner stehen deshalb vor der Herausforderung, den begrenzten Platz der Städte richtig aufzuteilen, um einerseits genug Wohnraum zu schaffen und andererseits den Raum nicht komplett zuzubauen.

Das Team um Dan Li dagegen sieht nach der Auswertung von Daten aus 60 Städten Nordamerikas als Hauptursache für die Hitze-Insel Stadt fehlende Vegetation und zu geringe Bodenfeuchtigkeit. Die Forderungen, die sie daher stellen, scheinen logisch und folgerichtig: Mehr Platz für Verdunstung, mehr Vegetation - zum Beispiel die Begrünung der Hausdächer -, mehr Bäume, Parks und Grünflächen. Eine Herausforderung für Städteplaner, die oft andere Wege gehen und aus Parks Wohnflächen machen möchten, wie etwa beim aktuellen Projekt im Magdeburger Stadtpark.

Die Ergebnisse der Studie sind im Fachmagazin Science Advanced veröffentlicht worden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Doku: Trocknen wir aus? | 11. November 2018 | 22:15 Uhr