Wintersport "Spontanereignisse" sind Stress für Wildtiere

Wandern, Rodeln oder Skifahren im Winterwald - für uns entspannend. Aber wir sind nicht allein in der Natur. Unser Wintersport kann Wildtiere ganz schön aus ihrer Winterruhe reißen und ziemlich stressen.

Unter möglichst naturnahen Bedingungen erforschen Wissenschaftler der TU Dresden das Verhalten von Waldtieren in einem Wildgehege im sächsischen Grillenburg. Dabei interessiert sie nicht nur, was die Tiere tun, sondern auch was sie hinterlassen. Mit Hilfe der sogenannten Losung lässt sich nachweisen, ob die Tiere unter Stress stehen.

Was genau ist es, das das Wild stresst? Laura Ketzmerick vom Institut für Waldbau und Waldschutz an der TU Dresden kennt die Ursachen. Es sind vor allem sogenannte Spontanereignisse. "Zum Beispiel Wanderer, die die Wege verlassen, frei laufende Hunde, Skiläufer, die von der Piste abkommen und in die Waldgebiete gehen."

Da können Tiere sich nicht daran gewöhnen. Wenn Menschen immer den selben Wanderweg benutzen, dann gewöhnen die Tiere sich daran.

Laura Ketzmerick, Institut für Waldbau und Waldschutz / TU Dresden

Die Auswertung der Kot-Proben im Labor wird zeigen, in welchem Maß die Tiere beunruhigt wurden. Die Proben werden vermischt, gelöst und dann in mehreren Schritten speziell für die Versuchsreihe aufbereitet. Durch die Messung am Ende des Versuchs wird das Stresslevel präzise ermittelt. Die Werte zeigen: Die Tiere im Forschungsgehege leben recht entspannt. In Zukunft wird diese Methode helfen, Konzepte für die Waldnutzung zu verbessern, damit auch Wildtiere ein möglichst entspanntes Leben haben.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - DAS SACHSENRADIO | 07. Februar 2019 | 10:46 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 15:23 Uhr