Covid-19 Studie: Corona-Schnelltests erkennen Omikron schlechter bei asymptomatischen Infektionen

Eine große klinische Studie aus Deutschland hat verglichen, wie gut Corona-Schnelltests eine Infektion bei Patienten ohne Symptome erkennen konnten. Am schlechtesten waren die Ergebnisse bei Omikron.

Testkassetten zeigen anhand von zwei roten Strichen ein positives Corona-Testergebnis an.
Haben Patienten keine Symptome, erkennen Schnelltests sie schlechter, wenn sie mit Omikron infiziert sind, zeigt eine neue Studie. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / photo2000

Wie zuverlässig sind Corona-Schnelltests? Dazu gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Studien, die zeigen, dass die Tests die viralen N-Proteine im Labor zuverlässig erkennen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie fand auch bei realen Patienten keine großen Unterschiede. Bekannt war auch, dass der Zeitpunkt des Tests eine große Rolle spielt. Schnelltests werden oft erst nach Einsetzen der Symptome positiv, während ein PCR-Tests auch asymptomatische Infektionen erkennen kann.

Letzteres bestätigt nun auch eine groß angelegte klinische Studie aus Deutschland, die hier allerdings Unterschiede zwischen den verschiedenen Corona-Varianten erkannt hat. Während Infektionen mit dem Wildtyp-Virus noch gut erkannt wurden, sank die Zuverlässigkeit bereits bei der Deltavariante und war am schlechtesten bei Omikron.

Schnelltests erkannten Infektionen nur in 38,5 Prozent der Fälle

Für die Studie wurden an einer Klinik in Bayern zwischen dem 12. November 2020 und dem 31. Januar 2022 Menschen getestet, die stationär in das Krankenhaus aufgenommen werden wollten. Dabei wurden bei den Testpersonen jeweils parallel ein Schnelltest und ein PCR-Test durchgeführt. Dafür verwendeten die Forschenden Schnelltests der Marken Nadal, Panbio und Medsan. 86,1 Prozent der Versuchspersonen waren Patienten, in 12,2 Prozent waren es Begleitpersonen (etwa die Eltern von Kindern oder enge Angehörige von Hochbetagten), in 1,7 Prozent Krankenhauspersonal, das Symptome zeigte.

Insgesamt führten die Forschenden 35.479 parallele Schnell- und PCR-Tests durch. Letztere entdeckten insgesamt 426 positive Proben. Die Schnelltests erkannten diese allerdings nur in 164 Fällen. Das entspricht einer Sensitivität von 38,5 Prozent. In 262 Fällen zeigte der Schnelltest ein falsch negatives Ergebnis.

Nur jeder dritte Schnelltest erkannte eine Omikron-Infektion

In 35.053 Fällen zeigten die PCR-Tests ein negatives Ergebnis. Hier stimmten die Schnelltests besser überein 98,4 Prozent überein. Nur 116 Mal zeigten sie ein falsch positives Ergebnis (0,3 Prozent). Der zeitliche Ausschnitt der Studie und die unterschiedliche Stärke der Pandemie-Wellen spiegelte sich in der Verteilung der Virusvarianten wieder, die die Forschenden durch angepasste PCR-Tests ermittelten.

In 6,2 Prozent fanden sie den Wildtyp von SARS-CoV-2, in 27,2 Prozent die Alpha-Variante, in 51.3 Prozent Delta und in 14 Prozent Omikron. Als sie die von Schnelltests richtig erkannten Infektionen auf die Varianten bezogen, zeigte sich, dass die Tests den Wildtyp in 42,8 Prozent der Fälle richtig erkannt hatten, Alpha zu 43,8 Prozent, Delta hingegen nur zu 38,1 Prozent und Omikron nur in 33,6 Prozent der Fälle.

Omikron: Weniger N-Proteine im Verhältnis zu RNA

Wie erwartet hingen diese Ergebnisse mit der gefundenen Viruslast zusammen. Da die wenigsten Patienten bei ihrer Aufnahme ins Krankenhaus Symptome zeigten, war diese Viruslast insgesamt gering. Bei den Proben mit höherer Viruslast fanden die Forschenden allerdings auch größere Unterschiede. Hier erkannten die Schnelltests den Wildtyp in 80 Prozent der Fälle, Delta nur 61 in Prozent und Omikron nur in 50 Prozent der Infektionen.

Die Autoren der Studie nehmen an, dass der Grund für die schlechtere Erkennung von Omikron damit zu tun hat, dass diese Variante vergleichsweise weniger N-Proteine hat im Verhältnis zu RNA. Die beobachteten Unterschiede könnten laut den Forschenden aber auch mit den Impfungen zu tun haben. Während beim Wildtyp und Alpha noch kaum Geimpfte unter den Getesteten waren, stieg ihr Anteil bei Delta und Omikron deutlich.

(ens)

3 Kommentare

kleiner.klaus77 vor 13 Wochen

Hier wird wieder einmal nur Wild drauf los spekuliert, ich warte schon auf folgenden Artikel: "Studie: Corona-Schnelltests erkennen Omikron besser bei asymptomatischen Infektionen".

vhil vor 13 Wochen

Meine praktischen Erfahrungen mit Schnelltests und auch PCR-Test in der Familie und Bekannten dieses Jahr ist, dass die Tests erst deutlich später positiv anschlagen, nachdem die Krankheit mit deutlichen Symptomen (Fieber) ausgebrochen war. Der zeitlicher Versatz war zwischen 2 und 5! Tagen. Egal, warum das so ist. Tests sind damit prophylaktisch völlig wertlos.

Vita vivet vor 13 Wochen

Und wo ist nun schon wieder das Problem?

Einfach nicht immer sinnfrei rumtesten! Wer krank ist geht zum Arzt, ferdsch!