Studie Auch Katzen lieben ihre Besitzer

Katzen können verschmust und verspielt sein. Vor allem aber gelten sie als unabhängig und eigenständig – ganz im Gegensatz zu Hunden! Eine neue Studie zeigt nun, dass Katzen viel beziehungsfähiger sind als bisher angenommen. Sie binden sich ähnlich an ihre Besitzer wie Kleinkinder an ihre Eltern.

LKW fahren auf der AutobahnKatze wirg gestreichelt
Haben doch keine Bindungsangst – Hauskatzen. Bildrechte: Colourbox.de

Katzen gelten gemeinhin als unabhängig – sie haben den Ruf, ihrem Besitzer gegenüber nicht besonders anhänglich zu sein. Eine Studie der US-amerikanischen Oregon State University in Corvallis legt jedoch das Gegenteil nahe: Demnach sollen sich Katzen auf ähnliche Weise an ihre menschlichen Bezugspersonen binden wie kleine Kinder an ihre Eltern.

Forscher beobachteten die Katzen über Kameras

In der Fachzeitschrift "Current Biology" präsentierten die Forscher die Ergebnisse eines Versuchs, der ähnlich wie andere klassische Studien zur Eltern-Kind-Bindung aufgebaut ist. Statt Kleinkinder und ihre Mütter beobachteten die Forscher allerdings junge Katzen und ihre Besitzer.

Insgesamt nahmen 79 junge Katzen im Alter von drei bis acht Monaten und ihre Halter an der Studie teil. Für das Experiment mussten die Besitzer ihre Katzen in einen durch Kameras überwachten Raum mitnehmen. In diesem Raum verbrachten Halter und Tier zunächst zwei Minuten gemeinsam, danach musste der Besitzer den Raum verlassen. Nachdem die Katze weitere zwei Minuten allein in dem Raum verbracht hatte, kehrte ihr Besitzer zurück.

Die meisten Katzen suchten die Nähe ihres Besitzers

Die Forscher beobachteten das Verhalten der Tiere und konnten von den 79 Katzen 70 Tiere einem bestimmten Bindungstypen zuordnen. Das überraschende Ergebnis: Von diesen 70 Katzen zeigten 64,3 Prozent Anzeichen für eine sichere und gefestigte Bindung. Diese Katzen miauten in Abwesenheit ihres Halters viel und zeigten sich sichtbar gestresst. Dieser Stress ließ bei der Rückkehr ihrer Betreuer jedoch sofort nach – die Stubentiger suchten die Nähe "ihres" Menschen, hörten auf, zu miauen und erkundeten weiter den Raum. Die übrigen Katzen waren nach der Rückkehr des Besitzers weiterhin ängstlich und verhielten sich besonders anklammernd – andere schenkten ihren Haltern wenig Beachtung.

Zum Schluss wiederholten die Forscher den Versuch mit 38 erwachsenen Katzen. Auch dort gab es ähnliche Ergebnisse – was den Wissenschaftlern zufolge belegt, dass sich Katzen auch über ihre Jugend hinaus ähnlich verhalten, wenn es um die Bindung zu ihren Besitzern geht.

Katzen sind distanziert – ein Vorurteil!

Die Ergebnisse haben große Ähnlichkeiten mit den Ergebnissen, die bei ähnlichen Tests mit Kindern erzielt wurden: 65 Prozent der Kinder zeigten eine enge Bindung zu ihren Müttern. "Hauskatzen spiegeln dies auf sehr ähnliche Weise", so Kristyn Vitale von der US-amerikanischen Oregon State University. Ihre soziale Flexibilität könne den Katzen den Weg in die Haushalte der Menschen geebnet haben.

Für die Mehrheit der Katzen sei ihr Besitzer eine Quelle von Trost und Sicherheit, so Vitale. Dass alle Katzen distanziert sind und den Menschen lediglich als Versorger betrachten, ist also ein Vorurteil.