Wirtschaftsstudie Schulden? Sollen doch die nach uns zahlen!

Geld fliegt in blauen Himmel
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Eine Studie von Magdeburger und Kölner Wirtschaftsökonomen rückt (nicht nur) manche Haushaltsbeschlüsse der Politik in ein hässliches Licht. Die Wissenschaftler haben nämlich untersucht, warum demokratisch regierte Industriestaaten immer mehr Schulden anhäufen: Schulden werden der Studie zufolge nämlich gemacht, wenn es um den eigenen Konsum geht und man davon ausgehen kann, dass erst spätere Generationen sie zahlen.

Alternde Gesellschaften - mehr Schulden

Zum einen untersuchten die Forscher die Rolle von Schuldenbremsen - also rechtliche Vorgaben, die verhindern, dass Schulden an die nächste Generation weitergegeben werden - und zum anderen, welche Rolle die Verbindungen zwischen den Generationen spielen. In allen Experimenten entschieden die Probanden fast immer zum eigenen Vorteil - und zwar bewusst, wie die Forscher herausfanden: Die Folgen für die nachkommenden Generationen wurden wissentlich in Kauf genommen. Außerdem fanden die Forscher Anzeichen dafür, dass alternde Gesellschaften das Problem verschärfen, da ältere Menschen eher dazu neigen, verstärkt Schulden zu machen.

Wann Schuldenbremsen funktionieren und wann nicht

Bei Experimenten, die den Umgang mit Schuldenbremsen beleuchten, zeigte sich: Je einfacher die Probanden die Schuldengrenze anheben konnten, um so leichter taten sie sich damit. Verhaltensökonom Professor Joachim Weimann von der Uni Magdeburg konstatiert: "Je leichter es ist, Schulden zu machen, um so bedenkenloser werden sie aufgenommen." Auf die reale Welt übertragen hieße das Weimann zufolge, dass wir höhere und massivere Hürden brauchen, bevor Schuldengrenzen nach oben gesetzt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell | Radio | 03. Juli 0218 | 05:36 Uhr