Animation Mars
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mars-Mission Gibt es Leben auf dem Mars?

Die Landung von Marssonde "Schiaparelli" sollte die Bedingungen für eine Mars-Landung testen. Denn später soll einmal ein Rover auf den roten Planeten geschickt werden, der nach Spuren von Leben auf dem roten Planeten suchen soll. Doch was erhoffen sich die Wissenschaftler, auf dem Mars zu finden?

von MDR-Wissenschaftsredakteur Karsten Möbius

Animation Mars
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Geologe Ernst Hauber vom Deutschen Institut für Planetenforschung in Potsdam ist extra an den Südpol gereist, um die Stellen auf dem Mars zu finden, an denen man vielleicht noch Leben oder Spuren davon finden könnte. "Die Wissenschaftler haben auf dem trockensten und kältesten Kontinent geschaut, wo dort in bestimmten Gesteinsritzen noch Mikroorganismen oder Flechten existieren", erklärt Ernst Hauber. Daraus wollten sie eine Art Handlungsanleitung übersetzen, mit deren Hilfe sie später mit Rovern auf dem Mars diejenigen Stellen entdecken könnten, die am vielversprechendsten wären, wenn es dort wirklich mal Leben gegeben haben sollte oder im absolut optimistischen Fall immer noch gäbe.

Der Rover wird aber nicht nur in Gesteinsritzen suchen. Erstmals soll er auch in den Marsboden hineinbohren und nicht nur an der Oberfläche kratzen. Zwei Meter lang wird der Bohrer sein, den er in der nächsten Mission mit an Bord hat.

An der Oberfläche des Mars ist alle Materie der kosmischen Strahlung ausgesetzt und die zerstört organische Bestandteile relativ schnell. Zwei Meter ist keine Zufallszahl. Das ist ungefähr die Tiefe, in der das Material hinreichend geschützt wäre. Das hat man ausgerechnet in Modellen.

Ernst Hauber, Deutsches Institut für Planetenforschung

Suche nach Mikroorganismen und Gasen

Der Mars
Geheimnisvoller Nachbar: Der Mars Bildrechte: imago/UPI Photo

Bei der Suche nach Leben rechnen die Wissenschaftler in unserem Sonnensystem nicht mit grünen Männchen, nicht mit Begrüßungskomitees mit Willkommensplakaten oder dass uns die Laserstrahlen um die Ohren pfeifen. In erster Linie wird nach Mikroorganismen gesucht. Und nach Gasen: Gase, die Rückschlüsse auf Leben zulassen. So wie Sauerstoff oder Methan, das auch entsteht, wenn sich organische Materie zersetzt - Blätter zum Beispiel.

"Das heißt übersetzt, wir suchen nach Spuren, wie es irdischen Leben hinterlassen würde", sagt Michael Kahn, Missionsanalytiker bei er Europäischen Weltraumbehörde. Wenn es völlig anders wäre - wie Kristalle oder Ähnliches - dann könnte es nicht gefunden werden, weil die Forscher gar nicht wüssten, wonach sie suchen sollten. "Also wir können nach Signaturen suchen nach Leben wie wir es kennen und wir können nach Bedingungen suchen, die Leben ermöglichen wie wir es kennen", ergänzt Missionsanalytiker Michael Kahn.

Funde nähren Hoffnung

Doch es gibt Hoffnung, dass die Suche irgendwann erfolgreich sein könnte. Dafür spräche auch, dass schon organische Verbindungen, aus denen Leben entstehen könnte, gefunden wurden.

Und vor allen Dingen wissen wir auch von Kometen und von Kleinplaneten, dass man selbst dort schon komplexe Kohlenwasserstoffmoleküle, also Grundbausteine des Lebens finden kann.

Michael Kahn, Missionsanalytiker bei der Europäischen Weltraumbehörde
So könnte die Oberfläche des Planeten Proxima Cen b aussehen, der den roten Zwergstern Proxima Centauri umkreist.
So könnte die Oberfläche des Exo-Planeten Proxima Cen b aussehen, der den roten Zwergstern Proxima Centauri umkreist. Bildrechte: ESO/M. Kornmesser

Heiße Kandidaten, auf denen Wissenschaftler Leben für möglich halten, sind ein paar Jupitermonde. Auch dorthin werden wird die Menschheit wahrscheinlich irgendwann aufbrechen.

Noch unerreichbar für Expeditionen dagegen sind Exo-Planeten. Das sind Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Seit den 90er Jahren werden laufend Neue entdeckt. Die meisten sind aber wahrscheinlich komplett aus Gas.

Die Lichtspektren der Planeten, die unsere Teleskopen sehen können, verraten uns, welche chemischen Elemente und Verbindungen vorhanden sind. Leben ist dadurch noch nicht entdeckt worden, aber dafür zeigen die Lichtspektren Verbindungen die das Zentrum unserer Galaxis richtig sympathisch machen. Astro-Physiker gehen davon aus, dass es dort nach Erdbeeraroma und Rum riechen muss. 

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2017, 11:43 Uhr