Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt So können Sie die Artenvielfalt schützen

Die Natur funktioniert wie ein Uhrwerk, angetrieben von vielen vielen Teilchen, Zahnrädern und Federn, die ineinander greifen und miteinander verbunden sind. Fehlt eines dieser Teilchen, mag die Uhr noch ticken. Fehlt ein weiteres geht sie vielleicht falsch, aber läuft noch. Doch sind mehrere Teile beschädigt oder fehlen, kommt alles zum Stillstand. Ähnlich wie das Uhrwerk auf seine Einzelteile ist auch die Natur auf ihre Komponenten angewiesen. Die biologische Vielfalt ist nicht einfach nur eine Ansammlung von Pflanzen- und Tierarten, die schön anzuschauen ist. Von ihr ist abhängig, ob wir Nahrungsmittel, sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Heilmittel und ein angenehmes Klima haben. Verschwindet sie, kommt auch unser Leben früher oder später zum Stillstand. Weil die biologische Vielfalt so existenziell ist, haben  vor 25 Jahren 190 Länder ein verbindliches internationales Abkommen zum Erhalt und Schutz dieser unterzeichnet. Jährlich am 22. Mai wird an das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) erinnert.

Täglicher Kampf ums Überleben

Weltweit gibt es rund 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten, die bisher entdeckt und erforscht sind. Das ist eine enorme Vielfalt, doch ihr geht es nicht gut. Jedes Jahr kämpfen immer mehr Arten ums Überleben. Im Dezember 2017 etwa stufte die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) 25.821 untersuchte Tierarten als bedroht ein. Das liegt vor allem an uns Menschen. Durch uns werden Lebensräume in einem Tempo zerstört und umstrukturiert, dass die Natur nicht hinterherkommt, entgegenzuwirken oder auszugleichen. Wälder werden gerodet, um Anbauflächen für die Landwirtschaft zu schaffen. Die Meere sind hoffnungslos überfischt, Böden und Gewässer verschmutzt und übersäuert. Laut World Wide Fund for Nature (WWF) haben sich schätzungsweise 60 Prozent der weltweiten Ökosysteme verschlechtert. Zu den anfälligsten Lebensräumen zählen vor allem Feuchtgebiete, Korallenriffe und Mangrovenwälder. Klingt weit weg. Doch auch Europas Artenvielfalt ist von der Bedrohung nicht ausgenommen.

In Deutschland sieht es düster aus

Der Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland ist laut Roter Liste dramatisch. Bereits gut ein Drittel unserer rund 48.000 heimischen Tierarten ist bedroht. Aber auch unseren zahlreichen Ökosystemen, die sich vom Wattenmeer bis zu den Alpen erstrecken, geht es schlecht. Über 70 Prozent dieser Lebensräume werden als "gefährdet" eingestuft. Grund dafür ist der massive Eingriff der Menschen in dieses Landschaften. Auch hierzulande werden riesige Flächen in Agrargebiet umgewandelt, auf denen vorwiegend Monokulturen gepflanzt werden. Flüsse werden begradigt, invasive Arten eingeschleppt, die wiederum andere verdrängen. All das hat massiven Einfluss auf die hiesige Artenvielfalt.

Umdenken ist überlebenswichtig

Damit die Tier- und Pflanzenarten und auch wir Menschen überleben können, ist ein Umdenken und schnelles Handeln dringend notwendig. Bestehende Lebensräume müssen erhalten, die uns verbleibenden Ressourcen müssen nachhaltig genutzt und Umweltbelastungen verringert werden. Um das umzusetzen, ist nicht nur die Politik gefragt, sondern wir selbst.

Das können Sie tun

Jeder einzelne von uns kann zum Artenschutz beitragen. Unser Alltag bietet dazu viele Gelegenheiten. So könnten Sie zum Beispiel beim Einkaufen darauf achten, Verpackungen so weit wie möglich zu vermeiden und regionale und ökologische Produkte zu bevorzugen. Und wer das Glück hat, einen Balkon oder Garten sein eigen zu nennen, kann noch mehr tun. In unserer Bildergalerie finden Sie einige Tipps für einen aktiven Beitrag zu Artenvielfalt- und schutz.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Fakt ist! | 22. Mai 2017 | 22:05 Uhr