Astronomen warnen vor Meteoriten Tauriden kommen uns in diesem Sommer gefährlich nahe

Wird der Tauridenstrom Ende Juni 2019 zu einem Spektakel oder einer Katastrophe? Eine neue Studie der Western University in Kanada warnt vor der potentiellen Gefahr für uns Menschen durch die Meteore.

Taurids Spurnyet
Leuchtspuren der verglühenden Meteore der Tauriden. Bildrechte: Western University Canada

Das Weltall bietet allerhand Gefahren für uns Menschen auf der Erde. Ein großes apokalyptisches Horrorszenario ist Stoff vieler Science-Fiction Romane und Filme: Der Einschlag von Meteoriten. Katastrophale Kollisionen können durch zwei verschiedene Formen kosmischer Objekte vorkommen. Auf der einen Seite stehen die sogenannten Nahen Objekte der Erde (Near Earth Objetcs/NEOs). Das können sowohl Asteroiden als auch Meteoroiden sein. Zudem gesellen sich Kometen als potentielle Unheilsbringer dazu, also Eindringlinge von außerhalb unseres Sonnensystems.

Die letzte große Katastrophe ereignete sich im Jahr 1908. Die Zusammenhänge der sogenannten Tunguska Explosion sind bis heute nicht genau geklärt. Die Schilderungen der Zeitzeugen sind dafür umso überwältigender. Am 30. Juni 1908, vor über 100 Jahren, stand der Himmel über der Taiga in Mittelsibirien in Flammen, eine gewaltige Druckwelle knickte mit Schallgeschwindigkeit riesige Bäume um und ist noch acht Stunden nach dem Einschlag in Washington messbar. Die in der Region ansässigen Nomaden berichteten von einer riesigen Feuerkugel am Himmel.

Die Tunguska-Explosion wird als ein Ereignis bezeichnet, das nur einmal in 1.000 Jahren auftritt. Doch die Hochrechnungen der Wissenschaftler der Western University könnten beunruhigende Neuigkeiten für uns Erdbewohner bedeuten. Datenanalysen der Physiker der Western Meteor Physics Group zeigen, dass die Erde sich schon diesen Sommer nur rund 30.000.000 km vom Zentrum eines großen Meteorenstroms befinden wird - der Tauriden. Nach kosmischen Maßstäben eine kleine Entfernung.

Swarm under Earth
Berechnungen des Tauridenstroms im Bezug zur Erde. Bildrechte: Western University Canada

Diese sogenannten Tauriden sind zwar kein neues Phänomen. Schließlich treten sie jedes Jahr auf. Als Ursprungskörper des Stroms wurde bereits 1940 der Komet 2P/Encke identifiziert. Doch bisher wissen die Forscher nicht, was genau alles so im Meteorenstrom der Tauriden mitfließt und welche Größe die Körper haben. Zwar kommt der Ursprungskomet 2P/Encke der Erde nie näher als 26 Millionen Kilometer, aber die Brocken der Tauriden bergen generell eine ungewisse Gefahr für die Erde. So gibt es auch Theorien, dass Körper des Tauridenstromes als Ursache der Tunguska-Explosion angesehen werden können.

Die Gruppe der Forscher um David Klark könnte bereits im Sommer für Klarheit sorgen, denn der Fakt, dass die Erde dem Zentrum des Meteorenstorms sehr nah sein wird, sorgt auch dafür, das eine bessere Klassifikation der fliegenden Objekte vorgenommen werden kann. Das letzte Mal, dass die Tauriden so nah gekommen sind, war im Sommer 1975. "Jetzt können wir das erste Mal mit modernen Instrumente unsere Hypothesen untersuchen", so Astrophysiker Peter Brown von der Western University.

Die Wissenschaftler wollen den Schwarm Ende Juni 2019 mithilfe eines Teleskopes auf Hawaii untersuchen und herausfinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Kollision der Erde mit Objekten der Tauriden ist.

David Clark
Bildrechte: Western University Canada

Dieser Sommer bietet eine einzigartige Gelegenheit, diese Objekte zu beobachten und zu quantifizieren.

David Clark Western University

Doch unabhängig davon, was aus den Beobachtungen der Forscher resultiert, einen großen Vorteil wird das Ereignis für uns Menschen auf jeden Fall haben: Wir werden mehr Sternschnuppen sehen können. Und die Anzahl an sichtbaren Feuerkugeln am Firmament erhöht sich auf ca. vier Prozent. Somit wird der Juni in diesem Jahr gleich doppelt spannend für alle Weltall-Begeisterten und bietet laut der Forscher die beste Gelegenheit für Beobachtungen für die nächsten Jahrzehnte.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 22. Mai 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2019, 22:04 Uhr