Untersuchung der FH Dortmund Was haben Elon Musk, Tesla und der deutsche Mittelstand gemeinsam?

Im Model 3 von Tesla steckt eine Menge Technologie Made in Germany: 50 deutsche Zulieferer sind daran beteiligt, wie eine Dortmunder Studie herausgefunden hat – darunter auch ein bekanntes Unternehmen aus Thüringen: Die Jenaer Traditionsfirma Jenoptik, die über einen spanischen Zulieferer Fertigungszellen für Karosserieteile herstellt.

Ein Tesla Model 3 steht zum Aufladen an einem Tesla Supercharger in Bersteland.
Ein Tesla Model 3 besteht aus rund 3.000 Bauteilen - zugeliefert werden sie auch von 50 deutschen Firmen. Bildrechte: imago images/photothek

Ein besonderes Merkmal der deutschen Tesla-Zulieferer laut der Dortmunder Studie ist dabei, dass es sich bei 41 der 50 Firmen um "Hidden Champions" handelt – also relativ unbekannte Mittelständler, die aber in ihrer Sparte zur Weltspitze gehören. Diese tickten wie Tesla, das gerade ein Rekordergebnis verkündete: Sie gelten wie die Firmen von Elon Musk als innovationsstark und stecken durchschnittlich sechs Prozent ihrer Einnahmen in Forschung und Entwicklung. "Neun Cent von jedem verdienten Euro fließen zurück in die Forschung", erklärt der Studienautor Prof. Jan-Philipp Büchler. "Auch die 50 Patente pro 1.000 Mitarbeiter bei den Tesla-Zulieferern sprechen eine klare Sprache."

Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit den meisten Zulieferern

In der Untersuchung wurde auch aufgeschlüsselt, aus welchen Bundesländern die Unternehmen kommen. Ganz vorn dabei ist Nordrhein-Westfalen mit 14 Zulieferern, die vor allem im Sauerland und in der Rhein-Ruhr-Region sitzen. Ebenfalls stark vertreten ist das traditionell als Autoland bekannte Baden-Württemberg (13 Firmen), dazu kommen aus Bayern fünf Betriebe.

Das Logo des Unternehmens "Jenoptik" auf dem Dach eines Betriebsteils der Jenoptik AG.
Die Jenoptik-Zentrale in Jena (Archiv). Bildrechte: dpa

Und auch aus Mitteldeutschland kommt eine Zulieferfirma: Jenoptik. Das traditionsreiche Jenaer Unternehmen bekam im September 2020 vom spanischen Automobil-Zulieferer Gestamp einen Großauftrag zur Herstellung von automatisierten Produktionszellen für Karosserie-Bauteile. Diese sollen dann im Gestamp-Werk in Ludwigsfelde bei Berlin weiterverarbeitet und schließlich in Teslas "Gigafactory" unweit von Ludwigsfelde in den Model 3 eingebaut werden. Laut "deraktionaer.de" könnten für Jenoptik weitere Aufträge im Bereich E-Mobilität folgen.

"Wir freuen uns besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in der Automobilbranche, dass wir den Umstieg auf neue Antriebstechnologien mitgestalten können. Wir sehen, dass sich unsere Strategie auszahlt, die wir mit gezielten Akquisitionen vorangebracht haben", kommentierte Jenoptik-Chef Stefan Traeger.

cdi

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